Donnerstag, 17. Februar 2011

Rezension (06) Nein Ich will keinen Seniorenteller

Rezension # 06

Nein! Ich will keinen
Seniorenteller! 
Das Tagebuch der Marie Sharp

Virginia Ironside





288 Seiten
Taschenbuch
Sprache: Deutsch
Aus d. Engl. v. Gertrud Wittich
Goldmann 
ISBN-10: 344246868X
ISBN-13: 9783442468683 





Originaltitel: No, I don't want to join a bookclub! 
 (Dieser Titel war mir angenehmer als die Übersetzung)

Vorwort:
Ich bekam das Buch zu Weihnachten geschenkt - 
mit der Versicherung "ohne Hintergedanken" zu "Frauen 50+.

Kurzbeschreibung:

Herbst des Lebens? Generation Silber? Unsinn! Marie Sharp wird demnächst sechzig und damit schlicht alt. Ein Grund zum Feiern, wie sie findet. Schon wegen all der Dinge, die sie jetzt nicht mehr tun muss, wie etwa Volkshochschulkurse besuchen. Nichts hasst Marie so sehr wie umtriebige Senioren, die nur so alt sind, wie sich fühlen – sie stürzt sich lieber kopfüber in das Vergnügen, nicht mehr jung sein zu müssen. Dazu gehört ihre neue Rolle als Großmutter und eine alte Liebe. Denn Maries Jugendschwarm ist wieder zu haben …


Statement: 
"Nein! Ich will keinen Seniorenteller!" ist kein Buch mal eben zwischendurch in einem Rutsch zu lesen.
Das "Tagebuch der Marie Sharp", es lässt sich wunderbar in Episoden lesen, es ist nicht allzu tiefgründig, und mit einem Spritzer Ironie versehen. Und es gibt etliche Stellen in dem Buch, an dem ich mir ein Schmunzeln nicht verkneifen konnte. Situationen in ähnlicher Art, wer hat sie nicht selbst erlebt. Aber man sollte nicht auf die Idee kommen, dass die Autorin nur das Leben der Älteren hier herüber bringen möchte. Nein, Marie will so sein wie sie ist und nicht jünger, wie man es heute immer wieder sieht. Die Angst vor dem Älterwerden, wer kennt das nicht.
Marie ist eine Frau, so wie sie sein möchte, die weiß, was sie will und sich nicht in Schablonen pressen läßt. Das ist auch gut so, denn sonst wäre die Geschichte nicht zu dem geworden, was sie ist.
Entscheidend ist, mit welchen Augen/Alter das Buch gelesen wird. Ist man in der Generation 50+ und mehr,  gibt es zig Stellen, wo man liest und nickt. Nur diese viele Hervorheben, dass die Protagonistin gern alt sei und auch ein bißchen eigensinnig und schrullig (obwohl schrullig, da muß ich immer an Hexen denken), fand ich dann doch zu sehr übertrieben.
Doch all die alltäglichen Situationen, die Marie uns aus ihrem Leben erzählt, sind nicht aus der Luft gegriffen. Vergleicht man mit seinem eigenen Leben, so findet man sicher Parallelen.
Es war endlich ein Buch, bei dem nicht immer nur auf den Schönheitswahn und das Trimmen auf jüngeres Aussehen eingegangen wird, nicht wo man als "ältere" Leserin nur auf den jungen, spritzigen Typ Karrierefrau stößt, der die unendliche Liebe über den Weg läuft und sie sich entscheiden muss.  Und es ist kein Buch in dem es nur um das Thema "Ich werde älter" geht, sondern auf das Alltägliche eingegangen wird.

Fazit:
Ich muss zugeben, dass ich das Buch natürlich mit etwas anderen Augen gelesen habe. Es bedarf etwas mehr Zeit als sonst für diese Rezension. Denn dieses 50+ /60 habe ich vor mir, doch es geht mir wie Marie: Ich bin anders als etliche Frauen in meinem Alter. Ich fühle mich natürlich nicht wie das Alter was in meinem Pass steht. Und das ist auch gut zu. Ich bin neugierig noch auf viele andere Dinge, egal ob ich sie noch anwenden kann oder nicht - Marie? Man sollte rechtzeitig anfangen darüber nachzudenken, was mache ich wenn ich nicht mehr im Berufsleben stehe? Was interessiert mich um auf den Seniorenteller zurückgreifen zu müssen? Das heißt, über das Alter sollte man schon nachdenken, was kann ich mir zumuten.
Und so finde ich, dass es der Autorin sehr gut gelungen ist, dem Leser die nackte Realität des Lebens vor Augen zu führen. Es wurde der richtige Ton getroffen, der Mut macht. Das Älterwerden hat seine Vor- aber auch seine Nachteile - aber eins steht im Vordergrund: Leben so wie ich es möchte. Sie hat auf jeden Fall den richtigen Ton getroffen, ihr Schreibstil ist nachvollziehbar. Hervorheben möchte ich besonders Maries Auseinandersetzung mit ihrer Großmutterrolle, die sehr gut geschrieben ist. Mit dem Stil und der Bearbeitung der Themen war ich sehr zufrieden, obwohl es an manchen Stellen zu langatmig war.  Ich habe oft gelacht, geschmunzelt und innerlich "Ja" gesagt.
"Nein! Ich will keinen Seniorenteller!" - dieser Spruch er könnte auch von mir sein. Es ist alles gesagt worden, was gesagt werden mußte, herrlich!
Ein chinesisches Sprichwort sagt:
Fürchte dich nicht, langsam zu gehen!
Fürchte dich nur, stehen zu bleiben!   

Obwohl mir das Buch gut gefallen hat, gebe ich  4/6 Bucheulen.



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