Samstag, 12. März 2011

Rezension (11) Sommer war gestern

Rezension # 11

Sommer war gestern
Ute Wegmann



Ute Wegmann
Sommer war gestern
Mädchen - Freundschaft - Tränen
dtv-Verlag ISBN 978-3-423-62468-8


Vielen Dank an den dtv-Verlag
für die Bereitstellung
des Rezensionsexemplars





Ela und Kati sind beste Freundinnen, leben in der Provinz und würden sich um den Verstand langweilen, hätten sie ihre Träume nicht: Sie wollen raus aus dem öden Dorf und nach New York oder jedenfalls dahin, wo das Leben ist. Aber vor die Träume hat das Leben die Realität gestellt.


Inhalt: Kati und Ela kennen sich schon seit so langer Zeit, sie sind fast sechzehn und beste Freundinnen. Beide haben sie einen großen Traum: sie wollen berühmte Modedesignerinnen werden und die Welt erobern. Sie leben in einem kleinen Dorf und möchten so schnell wie möglich erwachsen werden; raus aus ihrem Leben in diesem „Kaff“. Beide wachsen in unterschiedlichen Elternhäusern auf. Kati ist sich oft selbst überlassen, während Ela von ihren Eltern kontrolliert aufwächst und sie in ihrem Freiraum sehr eingeschränkt wird. Sie haben Sommerferien und genießen jede freie Minute für ihre Unternehmungen. Geheimnisse voreinander, nein die hatten sie nicht. Bis zu dem Tag, an dem Anouk in beider Leben tritt und Kati und Anouk sich sofort sympathisch sind. Ela fühlt sich von beiden ausgeschlossen. Bis dahin war Kati ihre beste Freundin gewesen, sie hatten alles miteinander geteilt, sich Geheimnisse erzählt. Und nun weiß auch Anouk von ihren Plänen. Ihre lange Freundschaft bekommt einen Bruch.

Statement:
Mädchen, Freundschaft, Tränen - diese Überschrift auf dem Klappentext ist sehr gut ausgewählt und passend.
Die Geschichte um Freundschaft, wie sie hier von der Autorin erzählt wird, hat sich im Leben vieler Leserinnen wahrscheinlich in ähnlicher Art und Weise abgespielt. Mädchen, das sind Kati und Ela, langjährige Freundinnen - und in diesem Sommer tritt Anouk in diese Mädchenfreundschaft. Zerstörend für eine Zweierfreundschaft? Das wird sich im Laufe der Geschichte und des Sommers herausstellen. Tränen? Die gehören dazu, sei es die heimlich vergossenen Tränen oder die ungeweinten. Zu einer Freundschaft gehören nicht nur die Freude und das Gemeinsame, sondern auch Traurigkeit und Tränen. Von daher ist das Buch interessant, da es sehr viel Realität wieder spiegelt. Ela, deren Eltern eine Speditionsfirma haben und so dadurch die Möglichkeit hat, an die Schlüssel der Autos zu kommen und heimlich eine Spritztour zu machen. Kati, die es immer wieder zu ihrem Großvater zieht. Sei es durch die Erinnerungen an ihre erst im letzten Jahr verstorbene Oma, von der sie sehr viel gelernt hat, aber auch um sich dort noch eine gewisse Nestwärme zu holen, die sie in ihrem Elternhaus vermisst. Beide, sowohl Ela als auch Kati, haben Probleme mit ihren Eltern, die nicht erkennen oder es sehen wollen, dass sie sich in einer stark pubertierenden Phase befinden. Indem Kati immer mehr Zeit mit Anouk verbringt, die gemeinsamen Geheimnisse zwischen Kati und Ela an diese weitergibt, bekommt die Zweierfreundschaft einen Riss. Ela fühlt sich hintergangen und sucht sich neue Freunde. Als Junge getarnt, schließt sie Freundschaft mit Jungens, die nicht legale Autorennen fahren.
Während am Anfang die Sichtweisen der beiden hin und her wechselten und man als Leser leicht den Durchblick verlieren konnte, wer nun wer war, ändert sich schließlich im Laufe der Handlung, so dass Ela als Protagonistin immer mehr Raum einnimmt.  Sei es die kurze Episode mit ihrer Oma, der sie blitzschnell das Internet erklärt, einmal um die Oma zu beschäftigen, zum anderen damit sie noch ausgehen kann. Obwohl sie ihren Eltern versprochen hatte, auf die Oma aufzupassen. Die große Liebe oder auch nur Mädchenschwärmerei – Lars – stellt sich heraus, dass er Anouks großer Bruder ist. Vieles läuft nicht so wie es laufen sollte. Aber das war und ist eben das Leben, die Realität. Was bleibt am Ende des Sommers von den Freundschaften über?  
Fazit:
Ich habe das Buch an etlichen Stellen mit Schmunzeln gelesen, zumal es mich an Episoden meiner Töchter erinnerte. Aber ich habe es sehr gern gelesen, der flüssige Erzählstil macht es zu dem, was es geworden ist.  
Ein Jugendbuch, realitätsnah geschrieben, Erinnerungen an Werte, Freundschaft, all die Sorgen und Ängste, die Jugendliche in dem Alter haben, es war nachvollziehbar.
Meine Empfehlung, dass nicht nur Jugendliche das Buch lesen sollten, sondern auch Erwachsene. Egal, ob die eigenen Kinder schon erwachsen sind oder nicht, man überdenkt dann doch noch einiges, was ist falsch oder wie könnte man anders reagieren. Und vor allem trotz aller Hektik in unserer schnellen Zeit: Nicht die Sorgen und Ängste unserer Kinder zu übersehen. „Sommer war gestern“, ein passender Titel für die Geschichte, denn wie schnell ist der Übergang von der Jugend ins Erwachsensein.
Das Cover hat mir anfangs nicht zugesagt, sehr düster gehalten. Nach dem Lesen war ich mir immer noch uneinig darüber, ob es wirklich passend war. Und ich muss sagen, nein, das Buch hätte ein besseres Cover verdient gehabt.
Nachtrag:
Lesemeinung meiner erwachsenen Tochter: Das Buch ist sehr empfehlenswert, vor allem weil sie jetzt einiges nachvollziehen kann aus ihrer eigenen Jugend. 

Ich gebe dem Buch 4/6 Bucheulen

1 Kommentar :

  1. Hallo Hanne!

    Ich habe dir bzw. deinem Blog einen Award verliehen. :)
    http://buechersuechtig-sabine.blogspot.com/2011/03/beautiful-blogger-award.html

    Liebe Grüße, Sabine

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