Dienstag, 29. März 2011

Rezension (15) Mit 50 hat man noch Träume







Bärbel Böcker
Mit 50 hat man noch Träume
Roman
333 Seiten
Gmeiner-Verlag
Sprache: Deutsch
Erschienen: Februar 2011
Paperback
ISBN 978-3-8392-1149-6
11,90


Klappentext:
DIE ZWEITE HALBZEIT
Bea, Ulrike, Bruni und Caro aus Köln, alle um die 50, stellen sich die Frage aller Fragen: Soll das jetzt etwa alles gewesen sein? Im lieblichen Ahrtal wagen sie einen Neustart. In dem kleinen Ort Altenahr erfüllen sie sich einen lang gehegten Traum und pachten voller Tatendrang ein kleines Restaurant. Doch treffen sie nicht nur auf ländliche Idylle, sondern auch auf eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, die sie am liebsten wieder in Köln sähe. Als sich die vier Frauen auch noch mit einer wenig beliebten chinesischen Großfamilie anfreunden, wird ihr Restaurant boykottiert und die Freundinnen sind drauf und dran, in die Großstadt zurückzukehren. Die Wende kommt erst, als sie beschließen, im örtlichen Frauenfußballverein mitzumischen. Die Frauen entscheiden sich, zu bleiben und mit allen Mitteln zu kämpfen: Für den Verein, die Akzeptanz von Fremden, für Frauen und damit auch für sich selbst.


Vier Freundinnen, vom Alter her alle um die "magische" 50 herum, springen aus ihrem bisherigen Leben mitten in das liebliche Ahrtal.
Bruni,  Auftragsabhängige Dozentin der Philosophie an der Uni in Köln, die zwischendurch auch von Hartz IV leben muss, alleinstehend, steht dem Neuen und vor allem auch dem Landleben sehr aufgeschlossen gegenüber.
Bea, alleinerziehende Mutter einer Tochter, seit über 15 Jahren in einer Werbeagentur als Kreativ- und Etatdirektorin tätig, wird mit einer Entscheidung ihres Chefs konfrontiert und zieht daraus ihre Konsequenzen. Sie fühlt sich von ihm übergangen, nachdem er ihr nicht das Angebot unterbreitet hat, als Mitinhaber einzusteigen, sondern über ihren Kopf hinweg einen Mann an seine Seite genommen hat.
Ulrike, von Beruf gelernte Hotelfachfrau, Mutter zweier erwachsener Söhne, möchte mit dem Absprung Abstand zu ihrem Mann gewinnen, sich neu finden und auch darüber im Klaren werden, wie ihr weiteres Leben verlaufen soll. Seit Jahren von ihrem Mann betrogen, steigt sie mit ein in das Projekt.
Caro, die ewig Junggebliebene, möchte erst einmal ohne Männer leben. Ihre Liebhaber, um etliches viel jünger als sie, und laut Aussage ihrer 23-jährigen Tochter nicht zu ihr passen. Sie gibt ihren guten Job als selbständige Physiotherapeutin bei den Fußballern des 1. FC Köln auf.
Bea und Caro kennen sich schon seit ihrer Schulzeit, sie waren einander vertraut. Durch einen Zufall lernen sie Bruno und Ulrike kennen.
In dem Zeitraum, als Bea sich mit dem Gedanken vertraut machte, die Werbeagentur zu verlassen, las sie die Anzeige, dass das "Ahrstübchen" einen neuen Pächter suchte. Erst im letzten Jahr hatte sie mit ihrer Tochter Johanne auf einem Ausflug dieses idyllisch gelegene Plätzchen gefunden. Nach etlichen Hin und Her entschließen sich die vier Frauen, das Objekt zu pachten, ihr altes Leben hinter sich zu lassen und einen Neustart zu wagen. Das ist ihre Antwort auf die Frage, ob es bis jetzt alles in ihrem Leben gewesen war und sollte es so etwa weitergehen.
"Nicht der Wind, sondern das Segel bestimmt die Richtung!"
(Seite 119 - letzter Satz) - Übersetzung chinesischer Schriftzeichen
Jede für sich möchte einen lang gehegten Traum erfüllen. Und sie hatten einen Pakt geschlossen: Eine einjährige sexuelle Abstinenz.
So fangen unsere vier Protagonisten noch einmal ganz von vorne an in diesem kleinen Ort. Es führt zu etlichen Unruhen unter den Dorfbewohnern, dass vier ihrer Meinung nach alleinstehende Frauen ein Restaurant in dem Ort eröffnen wollen. Dem "Ahrstübchen" gegenüber ist ein chinesisches Restaurant, welches von der Großfamilie Wang geleitet wird. Viele Reisebusse kommen täglich in das kleine Örtchen und die Chinesen fallen ein. So beschreiben es jedenfalls die Alteingesessenen. Das aber die Familie Wang einen erheblichen Beitrag zu den Steuereinnahmen leistet, das möchte niemand sehen. Im Gegenteil, es werden Mittel und Wege gesucht, um dieses Restaurant aus dem Ort zu vertreiben. Es paßt nicht in das alte ländliche Dorfbild. Und nun kommen noch diese vier Frauen und schnappen einem Dorfbewohner auch noch das Objekt vor der Nase weg. Sie sind Außenseiter, ebenso wie die Familie Wang, eben nicht von hier. Integration ist mit eines von den Themen, die in dem Buch beschrieben werden, ebenso die untrüglichen Wechseljahre der in die 50 kommenden Frauen.
Man freundet sich mit der Familie Wang an, lernt einiges von ihnen. Sehr gut und verständlich geschildert die Einblicke in die chinesische Tradition. Auch wenn man in einem anderen Land lebt, sich den Gegebenheiten anpaßt, muss man seine Kultur nicht aufgeben. Schwer für die alten der Tradition verschworenen Einwohner, sich in eine andere Kultur hineinzuversetzen. Die Jugend steht dem aufgeschlossener entgegen.
Und so kommt man sich ganz langsam über den Frauenfußball, den Fußball so oder so, über den Landfrauenverein ganz allmählich näher.

Fazit:
Die Autorin packt in die Handlung Themen, die aktuell sind. Sei es die Integration, das Miteinander, die Freundschaft und ein altbekanntes Thema Frauen in den Wechseljahren. Mit ihrem persönlichen Schreibstil hat Bärbel Böcker es gut verstanden, den Leser mit auf eine Reise zu nehmen, die Freude, aber auch zum Nachdenken angeregt hat.
Das Cover fand ich sehr passend zum Titel. Jede Frau, die schon einmal um die 50 war oder kommt, sei dieses Lesevergnügen ans Herz gelegt.

Ich vergebe 5 Bucheulen.


Kommentare :

  1. interessant, danke für die rezi!
    LG

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  2. :-) Das Buch ist wirklich sehr lesenswert, freut mich, dass dir meine Rezi gefallen hat
    LG HANNE

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