Dienstag, 12. April 2011

Rezension (21) Jeden Tag, jede Stunde



Nataša Dragnic
Jeden Tag, jede Stunde
Gebundene Ausgabe
288 Seiten
Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
Auflage: 4 (21. Februar 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 9783421045164
ISBN-13: 978-3421045164

Die Geschichte zweier Liebender - feinsinnig, temperamentvoll, unvergesslich!
Sechzehn Jahre haben sich Dora und Luka nicht mehr gesehen, obwohl sie einmal unzertrennlich waren: Wunderschöne Sommertage verbrachten sie als Kinder miteinander, am Felsenstrand des kleinen kroatischen Fischerdorfes, in dem sie aufwuchsen. Doch dann zogen Doras Eltern nach Frankreich, und Luka blieb allein zurück. Als Mittzwanziger treffen sie sich nun überraschend in Paris wieder, und es ist klar: Sie gehören einfach zusammen. Drei glückliche Monate folgen, aus denen ein gemeinsames Leben werden soll: nur kurz will Luka in die Heimat zurück, um ein paar Dinge in Ordnung zu bringen - und dann meldet er sich nicht mehr.

Statement:
Dora und Luka, eine Geschichte, deren Anfang im Kindergarten des kroatischen Fischerort Makarsta beginnt. Der fünfjährige Luka ist mehr als fasziniert, als die kleine Dora zum ersten Mal in seinen Kindergarten kommt. Luka kann nicht anders, nur nicht den Blickkontakt verlieren, er muss die Luft anhalten und - wird ohnmächtig. Seine Prinzessin Dora küsst ihn wach. Sie sind füreinander geschaffen - von diesem Augenblick an - für ein Leben lang.
Mit ihrer etwas anderen Art, ihrem eigenen Stil, bindet die Autorin den Leser mit ein in die Geschichte. Eine Kinderliebe, die durch nichts getrennt werden möchte. Doch Doras Eltern haben einen anderen Weg vorgesehen. Sie ziehen nach Frankreich in die Hauptstadt Paris. Dora und Luka sind untröstlich.
-------- Lebe deinen Traum ---------
Sie verlieren sich aus den Augen. Doch der Zufall führt sie nach über 16 Jahren in Paris wieder zusammen. Es folgen für sie unvergessliche Monate.
Luka, deren Eltern zwischenzeitlich verstorben sind, ist nach Belgrad an die Kunstakademie gegangen. Malen, das war seine Leidenschaft, sein Traum. Schon als kleiner Junge, als er mit seinem Vater zum Angeln fuhr und er die Fische malen und fangen konnte, das waren die Momente für ihn. Oft bis zum Sonnenuntergang und später blieb er mit seinem Vater auf dem Meer, eine unvergessene und glückliche Zeit für Luka.
Dora geht in Paris auf die Schauspielschule.
Und ihrer beider Erinnerungen steigt in ihnen auf.
Ihnen ist klar, dass sie sich von nun an nicht mehr trennen wollen.
Aber wie schon in der Kinderzeit, hatte das Leben es für diesen Moment, diesen Zeitpunkt nicht so vorgesehen.
- Wenn man etwas erreichen will, dann muss man dafür kämpfen. -
Nach einer wunderschönen Zeit, die Dora und Luka miteinander verbracht hatten, kehrt Luka in seine Heimat zurück. Er musste einige Dinge regeln und ordnen und dann zu seiner Dora zurückkehren.
Doch in Kroatien wird er schon von seiner ehemaligen Freundin erwartet, die von ihm schwanger ist. Luka heiratet Klara.
Obwohl er Dora versprochen hatte, sich sofort zu melden, löst er sein Versprechen nicht ein und Dora wartet vergeblich.
Ich hatte, als ich das Buch zum ersten Mal zu lesen begann, ein Problem. Das Problem sich einzulesen, alles um sich herum nicht an mich heranzulassen. So kam es erst einmal auf den Stapel für später oder gar nicht.
Und das war gut so!
Denn so hätte ich es wirklich versäumt, in den Lesegenuss eines Romans zu kommen, der wirklich empfehlenswert ist. Sei es durch den etwas eigensinnigen Schreibstil, u. a. der Dialoge, ihres Erzählstils. Doch gerade das macht es zu dem Buch, dieser außergewöhnlich geschilderten Liebesgeschichte.

Fazit:
Im Hintergrund des Covers sehen wir das Meer, und die Frau mit ihrem abgewandten Gesicht könnte ich mir sehr gut als unsere Hauptprotagonistin Dora vorstellen. "Jeden Tag, jede Stunde", entspricht nicht der normalen Vorstellung eines Frauenromans. Es hebt sich insofern schon ab, dass es nicht einfach mal so zwischendurch gelesen werden kann. Ob es nun im Ganzen gleich gelesen werden sollte, mag ich nicht beurteilen. Das sollte jeder Leser für sich entscheiden. Wichtige Voraussetzung meiner Meinung nach ist, sich auf das Gesamte einzulassen. Am Ende des Romans stellt sich die Frage: Ist es überhaupt ein Ende oder beginne ich wieder von vorn? ...
Hervorzuheben sind auch die aufgeführten Zitate von Pablo Neruda im Roman.
Auf die Vorstellung, das Buch noch einmal zu erleben, zu genießen, freue ich mich. Denn dann werde ich, auf einer Decke sitzend, angelehnt an der Steilwand der Ostseeküste, um mich herum der Strand bedeckt mit all den Kieselsteinen, angespült vom Meer, die Möwen fliegen kreischend über die schäumenden Wellen, das Geräusch des Meeres dringt an meine Ohren und der Wind weht über den Strand und weht den feinen Sand wirbelnd durch die Luft. Das macht mich neugierig.

"Genieße jede Sekunde,
jeden Moment,
suche dir den Augenblick,
die Zeit,
sie läuft nicht vor dir weg.
Deine Augen suchen,
deine Hände berühren,
öffnen (das Buch),
dein Herz nimmt es auf."

©Hannelore Kühlcke

Ich vergebe 6/6 Bucheulen.

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