Samstag, 19. November 2011

Rezension (106) Der letzte Werwolf


Der letzte Werwolf
Brigitte Endres

Gebundene Ausgabe
260 Seiten
Verlag: Kerle in Herder; Auflage: 1 (9. August 2011)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-345171069
€ 12,95
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 13 Jahre

„Erst wenn der Letzte, der dir nah,
durch deinen Biss ein Ende fand,
wird lösen sich des Fluches Band.“
(aus: Der Fluch – Ljudowik Ulandowitsch 1822-1897 (fiktiv))

Der Beginn des Buches „Der letzte Werwolf“ von Brigitte Endres hat mich sehr beeindruckt. Nachdem ich aber den Hinweis gelesen hatte, dass die Autorin sich schon immer sehr für Balladen interessiert hat, leuchtete es mir ein, warum sie gerade so einen Anfang wählte.
Bücher über Werwölfe gibt es ja schon seit langer Zeit auf dem Markt. Doch hier hat die Autorin eine eigene, ihre Art gefunden, um eine interessante Geschichte zu schreiben. Je länger man in die Handlung eintauchte, umso mysteriöser und geheimnisvoller wurde das Ganze, ein wahrer Lesegenuss.
Die Geschwister Valentina und Phil stoßen per Zufall auf ein uraltes Symbol eines alten geheimen Frauenordens, der Mondlilie.
(Lilien gelten als Symbol der Reinheit und Unschuld.)
Obwohl ihre Großmutter den beiden schon immer sagte, sie seien wahre Glückskinder, halten die beiden es für alten Aberglauben. Als Herr Bozzi, der Hund der Familie, plötzlich verschwindet, müssen die Geschwister im Park in die Gruft des Diana-Tempels hinab gehen, in der Amalia von Treuenstein bestattet wurde. Auf ihrem Sarkophag ruht eine lebensgroße Marmorskulptur eines Hundes. Als Valentina die Inschrift auf der Grabplatte laut vorliest, geschieht das Unmögliche: Die Skulptur verwandelt sich in einen lebendigen Hund. Sie nehmen ihn mit nach Haus, zumal ihr Hund Herr Bozzi sich ebenfalls in der Gruft befand. Am nächsten Morgen allerdings finden die Geschwister keinen Hund mehr vor, stattdessen einen „scheinbar“ lebendigen Jungen, Dorian, der Sohn von Amalia. Ein Geist, wie Valentina vermutet, denn für sie ist er im Spiegel nicht sichtbar. Um seinen Hals trägt er eine Halskette, an der ein Amulett mit dem Symbol der Mondlilie hängt.
„Jetzt ist Zeit zu handeln, jetzt ist Zeit zu kämpfen.“ (S. 40)
Eine alte Familiengeschichte, zwei Geschwister aus dem 21. Jahrhundert, die auf einen vornehmen Jungen aus dem 18. Jahrhundert treffen, die heutige Kommunikation gegenübergestellt der damaligen Sprache, diese Idee hat mir wirklich gut gefallen.
„Der letzte Werwolf“ wird in der Dritten Form erzählt, hier haben die Charaktere sehr viel Platz und Raum, sich zu zeigen und zu entfalten, gut für die ganze Entwicklung der Geschichte. Nach und nach erfährt der Leser immer mehr über Dorians Geschichte, dem Adelsgeschlecht, der Herkunft seiner Mutter, von Werwölfen, Liebe, Sünde, wie auch immer.
Mit teils heiteren Szenen lockert die Autorin die Geschichte auf, nicht nur allein durch die Wortwahl Dorians, sondern auch durch Oma Isolde.
Vergangenheit und das Geheimnis eines alten Fluches, man merkt beim Lesen, mit wie viel Liebe und Gefühl, Intensivität sich die Autorin mit ihren Protagonisten beschäftigt und uns, dem Leser, letztendlich ein wunderbares Jugendbuch geschenkt hat.
Was verbirgt sich hinter der Geschichte?
Egal, was auch immer passiert, die Hoffnung sollte man nie aufgeben, und vor allem die Augen öffnen, um zu erkennen, wie viel Wert eine Freundschaft besitzt, einem eine Freundschaft bedeuten kann.
Ich würde mir wünschen, dass viel mehr Leser auf deutsche Autoren, die wirklich gute Bücher auf den Markt bringen, lesen würden. Denn nicht nur der internationale Markt präsentiert uns gute Autoren.
„Der letzte Werwolf“ von Brigitte Endres erhält von mir 5 Bucheulen.

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