Samstag, 14. April 2012

Rezension (156) Als die schwarzen Feen kamen


Anika Beer
Als die schwarzen Feen kamen
Broschiert
448 Seiten
Verlag: cbj (12. März 2012)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570401477
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 12 - 15 Jahre
EUR 12,99

Kurzinfo:
Völlig unerwartet wird die fünfzehnjährige Marie von Gabriel, dem Schwarm ihrer Mitschülerinnen, angesprochen. Gabriel vermag die Wesen zu sehen, die sich im Schatten der Menschen verbergen, und in Maries Schatten bemerkt er etwas Beunruhigendes: einen Schwarm gefährlich anmutender schwarzer Feen. Gabriels Angebot, ihr zu helfen, lehnt Marie zunächst ab, doch als es den Feen gelingt, in die Realität einzubrechen, geht sie erneut auf ihn zu. Gemeinsam versuchen sie, das Wesen der schwarzen Feen zu ergründen. Dabei stoßen sie auf eine düstere Stadt aus Obsidian, die Marie einst in ihrer Phantasie erschuf, die jetzt aber von den schwarzen Feen beherrscht wird. Mit Gabriels Hilfe will Marie es wagen, die Obsidianstadt zu betreten, um sich den Feen zu stellen …
Statement:
Achtung Spoiler:
S. 113: … Aus der Mitte der formlosen Gestalt der Weberin begann ein Netz aus unzähligen feinen Lichtlinien zu wachsen, das sich nach und nach über ihren Körper ausbreitete und ihn mit pulsierendem Leben füllte.
Beim Lesen des Plots und der Anblick auf das Cover lassen nur schwer erahnen, welche Sinnlichkeit, welcher Wortschatz den Leser mit dem Debütroman „Als die schwarzen Feen kamen“ der Autorin Anika Beer erwartet.
Eine Mischung aus Fantasie sowie eine zarte Liebe zweier junger Menschen, so vielleicht in einem Satz beschrieben. Doch es steckt mehr in diesem Jugendroman.
Die Welt, in der die schwarzen Feen leben, und die sie unbedingt verlassen wollen.
Die Geschichte von Marie und Gabriel, zwei Charaktere, wie sie in jeder Stadt, in deiner Nachbarschaft leben könnten.
Geschrieben und erzählt wird „Als die schwarzen Feen kamen“ zum einen aus der Sicht von Marie, und dann wieder Gabriels Sichtweise, aber nicht in der bekannten Ich-Erzählperspektive, sondern in der 3. Person. Nicht ganz neu, aber doch sehr interessant, eben mal anders.
Die 15-jährige Marie hier, Lea, die Marie aus der anderen Welt, dem zweiten Ich. Das Elixier der Feen, die geheimnisvolle Obsidianstadt, überhaupt die Schaffung einer anderen, interessanten Welt, eine tolle Herausforderung für den Autor, aber auch zum anderen für den Leser.
In diesem Buch ist es eine Fantasiewelt dunkler Schatten und Wesen, teils sehr beunruhigend. Und nur der eine ahnt sie, sieht sie, Gabriel. Er ist es, der Marie zur Seite steht, als die dunklen Seiten Marie bedrohen. Obwohl sie ihm nicht glaubt, als er ihr davon erzählt, wird sie immer öfter von Träumen heimgesucht. Träume, die ihr bekannt sind, denn mit ihrem verstorbenen Vater hatte sie sich Geschichten um Feen und dieser Stadt ausgedacht.
Als Maries Mutter erkrankt, erkennt Marie, dass sie Gabriels Hilfe braucht, denn die Feen sind nunmehr in der Realität.
Eine teilweise sehr erdrückende Stimmung zieht sich durch das Buch und doch hat es etwas an sich, angereichert durch interessante Wesen und Charakteren, dass es als gute Lektüre ausweist.
Irgendwann freundet man sich mit den Schattenkreaturen an, wie auch mit den schwarzen Feen. Denn diese sind so ganz anders als wir uns Feen vorstellen. Trotz des Buches werde ich weiterhin die Schönheit und Anmut, die Farbenvielfalt der Schmetterlinge bewundern und nicht gleich Böses dahinter vermuten.
Teenagerliebe, die Bedeutung von Freundschaft, Träume und Ängste, verdrängte Erinnerungen, es findet sich so viel in dem Fantasieroman „Als die schwarzen Feen kamen“.
Jede Kapitelüberschrift beginnt mit einem Schmetterling, geben aber auch schon einen kleinen Hinweis auf den folgenden Inhalt.
Der Schreibstil von Anika Beer gefällt, lebendig, dann wiederum sehr treffend, auf den Punkt genau, passend für das empfohlene Lesealter.
Sicherlich gibt es hier und da Kritikpunkte, aber ich denke, diese sind selbst bei Top-Autoren noch zu finden.
Fazit:
„Als die schwarzen Feen kamen“ gebe ich meine Leseempfehlung sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene, die auf Fantasie stehen. Doch nicht ganz ohne Kritik, denn an manchen Stellen war es mir zu langatmig, manches hätte ich gern etwas ausführlicher geschrieben gelesen. Die volle Wertung kann ich nicht geben, zum einen aus Fairness gegenüber meinen bisherigen Rezensionen zu dieser Art Jugendbuch, zum anderen hat mir doch noch das gewisse Extra gefehlt.
Es gibt vier Bucheulen - und eine Schreibfeder extra!



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