Sonntag, 5. August 2012

Kurzreport (05) Der Geschmack von Apfelkernen


Katharina Hagena
Der Geschmack von Apfelkernen
Taschenbuch: 254 Seiten
Verlag: Kiepenheuer & Witsch; Auflage: 1. (18. August 2009)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3462041491
€ 8.99

Verlagsinfo:
Schillernd und magisch sind die Erinnerungen an die Sommerferien bei der Groß­mutter, geheimnisvoll die Geschichten der Tanten. Katharina Hagena erzählt von den Frauen einer Familie, mischt die Schicksale dreier Generationen. Ein Roman über das Erinnern und das Vergessen - bewegend, herrlich komisch und klug. Als Bertha stirbt, erbt Iris das Haus. Nach vielen Jahren steht Iris wieder im alten Haus der Großmutter, wo sie als Kind in den Sommerferien mit ihrer Kusine Verkleiden spielte. Sie streift durch die Zimmer und den Garten, eine aus der Zeit gefallene Welt, in der rote Johannisbeeren über Nacht weiß und als konservierte Tränen eingekocht werden, in der ein Baum gleich zweimal blüht, Dörfer verschwinden und Frauen aus ihren Fingern Funken schütteln. Doch der Garten ist inzwischen verwildert. Nachdem Bertha vom Apfelbaum gefallen war, wurde sie erst zerstreut, dann vergesslich, und schließlich erkannte sie nichts mehr wieder, nicht einmal ihre drei Töchter. Iris bleibt eine Woche allein im Haus. Sie weiß nicht, ob sie es überhaupt behalten will. Sie schwimmt in einem schwarzen See, bekommt Besuch, küsst den Bruder einer früheren Freundin und streicht eine Wand an. Während sie von Zimmer zu Zimmer läuft, tastet sie sich durch ihre eigenen Erinnerungen und ihr eigenes Vergessen: Was tat ihr Großvater wirklich, bevor er in den Krieg ging? Welche Männer liebten Berthas Töchter? Wer aß seinen Apfel mitsamt den Kernen? Schließlich gelangt Iris zu jener Nacht, in der ihre Kusine Rosmarie den Unfall hatte: Was machte Rosmarie auf dem Dach des Wintergartens? Und wollte sie Iris noch etwas sagen? Iris ahnt, dass es verschiedene Spielarten des Vergessens gibt. Und das Erinnern ist nur eine davon.
Über den Autor:
Katharina Hagena, geboren 1967, studierte Anglistik und Germanistik in Marburg, London und Freiburg, forschte an der James-Joyce-Stiftung in Zürich und lehrte am Trinity College in Dublin sowie an der Universität Hamburg. 2006 erschien ihr Buch Was die wilden Wellen sagen. Der Seeweg durch den Ulysses (marebuchverlag). Sie lebt als freie Autorin in Hamburg.

Mein kurzes Statement:
Mit „Der Geschmack von Apfelkernen“ hat die Autorin ein wirklich besonderes Buch geschrieben.
Es geht um Vergangenes, um das Heute, um die Zukunft.
Und über allem schweben die Erinnerungen an die Kindheit.
Die Protagonistin Iris erbt das Haus ihrer Großmutter Bertha. Diese war nach jahrelangem Aufenthalt in einem Heim gestorben, sie litt unter Demenz. Bertha hinterläßt drei Töchter, Harriet, Inga und Christa.
Nunmehr bleibt Iris für ein paar Tage in Bootshaven. Will sie das Haus überhaupt? Und warum erbt ihre Mutter Christa nicht das Haus?
Erinnerungen an ihre Kindheit, die Zeiten der Ferien mit ihrer Cousine Rosemarie und deren Freundin Mira werden wach. Was ist mit Max, dem jüngeren Bruder Miras?
Drei Schwestern, Harriet, Inga und Christa – drei Freundinnen, Iris, Rosemarie und Mira.
Das Leben dieser ist eng miteinander verbunden und dann wiederum doch nicht. Drei unterschiedliche Schwestern, die sich nach langer Zeit zur Beerdigung ihrer Mutter wiedersehen.
Die Familiengeschichte der Frauen ist derart glaubwürdig geschrieben, dass man fast meint, es ist so geschehen.
Nichts sollte einen davon abhalten, während des Lesens genüßlich an einem Apfel zu knabbern, auf einem Stiel herumzukauen – irgendwie wähnt man sich in Berthas Apfelgarten und eigene Erinnerungen an die Kindheit werden wach.

Man sollte dieses Buch unbedingt lesen. Für einige Stunden läßt es den Alltag vergessen.
Geschrieben auf verschiedenen Zeitebenen, lebt die Geschichte von einer beeindruckenden Sprache, wirklich etwas Besonderes.
Das Cover von „Der Geschmack von Apfelkernen“, schlicht und einfach, und doch von der Idee mit dem blühenden Apfelblütenzweig und den halbierten Äpfeln passend gestaltet.
Fazit:
Manchmal braucht das Leben etwas länger, um am Ziel anzukommen. Die Geschichte „Der Geschmack von Apfelkernen“ – ein sehr empfehlenswertes Buch.
Ich vergebe 5 Notizbücher.

Kommentare :

  1. Schöne Rezi! Ich fand das Buch auch richtig schön. :)
    Lg Steffi

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    1. Oh ich habe das Buch innerhalb von zwei Nachmittagen im Krankenhaus gelesen. Das tat gut!! Und das Buch ist sooo toll
      LG HANNE
      Danke für deinen Kommentar

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  2. Hallo meine Liebe!

    Bei mir ist das Buch schon etwas länger her, aber mir es hat es weniger gut gefallen. Meine kurze Meinung kannst du bei Amazon (Büchersüchtig am 04.03.2010) sehen:
    http://www.amazon.de/product-reviews/3462041495/ref=cm_cr_dp_hist_two?ie=UTF8&filterBy=addTwoStar&showViewpoints=0

    Schicke dir ganz liebe Grüße und hoffe, du überanstrengst dich nicht.
    Sabine

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    1. Habe deine Rezi gelesen und bei mir war es so, dass mich die Zeilen gleich eingefangen hatten und ich irgendwo da in dem Ort saß und las.... So unterschiedlich sind halt die Geschmäcker bzw. das Leseempfinden.
      Es geht mir gut... ich mache immer Stück für Stück jeden Tag etwas.
      Morgen muss ich noch mal zum Doktor, es hat sich ein Bluterguß gebildet :-(((
      Liebe Grüße HAnne

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    2. Es ist auch gut so, dass es unterschiedliche Meinungen und Geschmäcker gibt und wenn einen ein Buch nicht von Anfang an fesselt, wird das meistens auch später nicht viel besser. ;-)

      Hoffe, der Onkel Doktor sagt, dass alles in Ordnung ist.

      Liebe, 37°C heiße Grüße
      Sabine

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