Montag, 18. März 2013

Rezension Das Haus am Abgrund - Susanne Gerdom




Susanne Gerdom
Das Haus am Abgrud
Gebundene Ausgabe
400 Seiten
Verlag: Bloomoon; Auflage: 1. (5. Februar 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3760786667
Vom Hersteller empfohlenes Alter: 14 - 17 Jahre
€ 14,99

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Quelle: © Cover / Infos - Verlag  


„Das Haus am Abgrund“ – meine Gedanken zum Buch:

„Das Haus am Abgrund“, Heathcote Manor, hinter vorgehaltener Hand erfährst du seinen richtigen Namen: „Das Haus auf den Knochen“.
Mit diesem Buch ist der Autorin Susanne Gerdom es erneut gelungen, den Leser mit einer Story, einem Mysterie-Thriller, zu verblüffen. Die Vielseitigkeit der Person erstaunt mich immer mehr.
                                                               ---
Adrian Christopher Smollett, mit seinen knapp 17 Jahren leidet er an einem unheilbaren Gehirntumor. Seit geraumer Zeit wohnt er, zusammen mit seinem Vater, von Beruf Schriftsteller, und dessen Lebengefährten Jonathan, seines Zeichen Professor, in St. Irais im sogenannten Kutscherhaus. St. Irais, für Adrian kein unbekannter Ort, hat er doch dort etliche Jahre seine Sommerferien mit den Eltern verbracht. Nunmehr lebt seine Mutter in Frankreich, nachdem sie hinter das Verhältnis ihres Mannes kam.
Adrian, Toby und Jonathan, ein scheinbar normaler Männerhaushalt. Doch für so einen zurückgezogenen Ort, seiner Bewohner, sehr gewöhnungsbedürftig. Zum einen ist da dieser sonderbare Junge Adrian und dann das Verhältnis der beiden schwulen Männer.
Adrian und seine Kalte Stelle, miteinander verbunden, untrennbar, unheilbar.
Denn genau dieses DING ist verantwortlich für all seine Halluzinationen, seine „Begleiter“, diesen besonderen, teils doch sehr extrem aufgesetzten Persönlichkeiten, die ihm immer wieder entgegentreten, entgleiten, diskutieren, verwirren. Und da sind nicht nur Gute dabei, fies, nicht wahr!

Mit einem Rätsel aufgebenden Prolog, dessen Schlusssatz da lautet:

„Komm zu mir, Winterkind. Flüchte dich in meine Arme. Die Welt ist böse. 
Ich liebe dich ...“

beginnt die Autorin, die Fäden ihrer Geschichte zu weben, den Leser zu umgarnen, zu locken. Flatternde Gedanken - wie die Flügelschläge eines  Schmetterlings -  verfangen sich allmählich in dem wachsenden Netz und lassen ihn nicht mehr los.
Je tiefer, intensiver der Leser sich in den Maschen der gesponnenen Fäden verstrickt, umso mehr löst sich auch das Befremden zum Anfang der Geschichte, zu Adrians unsichtbaren Begleitern.
Was ist Halluzination, was ist Wirklichkeit?

Heathcote Manor, wie ein Magnet wirkt dieses Anwesen auf Adrian, dem er sich nicht entziehen kann. Als er dann auch noch ein Mädchen dort sieht, sie dann im Dorf wieder trifft, interessiert ihn die Geschichte um so mehr. November, auch Nova genannt, normalerweise gehört ihr das Anwesen, und eigentlich sollte sie gar nicht hier im Ort leben.
Manchmal etwas zu vorschnell, gestoppt durch die Guten bzw. Bösen, will Adrian wissen, was hinter all dem Gerede um Heathcote Manor steckt.
Was hat es mit dem alten Journalisten, der in einem herunter gekommenen Wohnwagen am Hafen lebt, auf sich? Adrian gelingt es, diesem einiges an gesammeltem Material zu entlocken, Gegenwart Alkohol. Dieses wiederum führt später zu einem fürchterlichen Eklat zwischen Adrians Vater und Jonathan.

Warum lebt Nova nicht bei der Großmutter in St. Irais? Und warum lebt diese als Nachfahre auf dem Anwesen?
Faszinierend, wie die Autorin es erneut mit ihrem Wortschatz, raffiniertem Gedankenspiel es schafft, die Geschichte wie einen Bildband vor Augen erscheinen zu lassen, ihn in den Sog von „Das Haus am Abgrund“ zu ziehen.
Trotz allem hatte ich ab und an das Gefühl, dass die Autorin an sich selbst einen hohen Anspruch an ihren Sprachstil gestellt hatte.
Das ist nur ein kleiner Kritikpunkt – im Hinblick auf das empfohlene Lesealter.

Strengt eure grauen Zellen an, wer rastet ... Und genau hier tritt die Autorin den Leser an einem (evtl.) wunden Punkt. Flüchtiges Lesen, vergessen Sie es das mal ganz schnell!

„Das Haus am Abgrund“, in ihm finden sich etliche Themen, die auch heute noch gern unter den Tisch gekehrt werden. Eine unheilbare Krankheit, Krebs, allein das Wort Tumor erzeugt bei vielen Menschen Distanz, Mitleid.
Die Akzeptanz der Gesellschaft zur gleichgeschlechtlichen Beziehung, Themen, die doch in unserer so modernen, kultivierten Welt normal sein sollten, oder?!

Da ich weiß, was ich jetzt schreibe, kann vorab schon einmal gesagt werden: Dem Buch ist mit jeder Phase des Lesens anzumerken, wie viel Herzblut die Autorin in „Das Haus am Abgrund“ gesteckt hat.

Eine Lieblingsfigur, ja die habe ich. Nicht wahr, Mr. Moriarty!

Fazit:
Ein gutes Grundkonzept, darum herum ein spannendes, unterhaltsames Netz aus Wörtern, Sätzen, ergibt am Ende ein Top Buch (ein gut gewebtes Spinnennetz), ein Highlight der Jugendliteratur.
Das schlichte Cover in dunklen Blautönen, im Kontrast dazu das „Knochenhaus“ in hellem Vollmondlicht als Hintergrund, Schmetterlinge, so zerbrechlich – wie die Seele – das hat was!

„Das Haus am Abgrund“ – wahnsinnig geisterhaft gut.
„Winterkind“ – November – ein schöner Name, ein dunkler Monat, herzlichen Glückwunsch – Novembergeburtstagskinder. Wer nennt denn bitte schön, seine Mädels November und Samhain? Nur weil die erste vor Mitternacht und die zweite nach Mitternacht an diesem besonderen Novembertag geboren wurde?
Ach, Gedanken, hört auf rumzuspinnen, wo soll das noch hinführen!
Am Ende ist immer ein Anfang. Welcome back, Jeannie. Oder war sie nie weg?

Meine Kauf- und Leseempfehlung - es gibt FÜNF Lesegenuss-Bücher.


Vielen Dank an die Autorin für die Bereitstellung des Leseexemplars :-)

Kommentare :

  1. Eine tolle Rezi, Hanne.
    Ich habe jetzt schon sehr viel Gutes über das Buch gehört und bin auf jeden Fall mal neugierig. Ich habe es mir gleich mal auf die Merkliste gesetzt.

    LG
    Lilly

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    1. Liebe Lilly, ganz ganz lieben Dank für deinen Kommentar, der mich echt freut. So weiß ich, dass meine Posts doch gelesen werden - freu. Ich mache mich demnächst auf eine Blogrundreise und freue mich schon auf einen Stöberbesuch bei dir
      Liebe Grüße Hanne

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***Danke für Euren Stöberbesuch. Wenn es euch gefallen hat, freue ich mich über euren Kommentar. ***

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