Dienstag, 30. Juli 2013

(Rezension) Die verbotene Geschicht ~ Annette Dutton




Annette Dutton
Die verbotene Geschichte
Taschenbuch
448 Seiten
Verlag: Knaur TB (1. Juli 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426513354
€ 9,99

 E-Book (€9,99)







© Cover / Info - Verlag 

 
Als sie die Einladung zur Beerdigungszeremonie einer gewissen »Miti« auf Papua-Neuguinea erhält, ahnt die Ärztin Katja nicht, dass ihre Reise Licht in die dunkelsten Geheimnisse ihrer Familie bringen und ihr eigenes Leben für immer verändern wird.
Geschickt verwebt Annette Dutton die Geschichte zweier Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, beschwört die dramatische Geschichte Papua-Neuguineas und lässt schillernde historische Figuren wie die berühmt-berüchtigte Queen Emma lebendig werden.



Du & Ich. Für immer. Katja & Michael. 11. Mai 2006.
(S. 29)
Drei Jahre ist es nunmehr her, dass Katja auf der Geburtstagsfeier ihres Großvaters von dem Hubschrauberabsturz in Tasmanien erfährt, bei dem ihr Mann Michael ums Leben kommt. Ihre Mutter Margarete von Beringsen erinnert Katja daran, dass das Leben weitergeht und sie nach vorne schauen muss. Beiläufig erwähnt sie, dass ein Brief aus Papua-Neuguinea in Katjas Post läge. Wahrscheinlich ging es um die Zeremonie von Phebes Grabverlegung. Und so war es auch. Man hatte endlich die sterblichen Überreste von Phebe Parkinson geufnden und nun sollte sie ihre letzte Ruhe im Familiengrab der Farm Kuradui finden.
Für Katja kommt diese Einladung zur rechten Zeit, denn das Datum hierfür fällt genau in den Zeitraum von Großvaters Feier, an der sie nicht teilnehmen möchte.
Zu tief saßen noch immer die Erinnerungen,
zu tief war noch der Schmerz in ihr.
Sie würde nach Papua-Neuguinea und auch nach Tasmanien fliegen.
S. 29 Vielleicht war die Zeit gekommen, endgültig Abschied zu nehmen.

Die verbotene Geschichte, eine Familiensaga, die in der Gegenwart mit der 32-jährigen Ärztin Katja beginnt und weit über hundert Jahre zurück ans andere Ende der Welt, ins dortige Kaiser-Wilhelms-Neuguinea-Land führt.
Kaiser-Wilhelms-Land,
Bismarck-Archipel,
Neu-Mecklenburg,
Neu-Pommern,
es war mir völlig entfallen, dass dort einmal eine deutsche Kolonie war. Die alte Kartenzeichnung im Inneren des Buches zeigt die damaligen Besitzverhältnisse zwischen den einzelnen Staaten.

Katja erledigt alles für ihren Aufenthalt, nichtsahnend, dass diese Reise zur Zeremonie von Phebe, ihrer Ahnin, eine Reise in die Vergangenheit wird.
Man schreibt das Jahr 1902, genau der 6. Juni, als nach fast sieben Wochen die Deutsche Johanna in Deutsch-Guinea mit dem Schiff ankommt. Nachzulesen in dem abgedruckten Brief im Buchdeckelinneren. Das macht neugierig auf die Geschichte.
Die Handlung wechselt jeweils zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Katjas Aufenthalt auf Papua-Neuguinea startet mit Schwierigkeiten und einem Missverständnis. Die Leute sind sehr zurückhaltend, zeigen offen ihre Abneigung und bedrohen sie. Doch Katja lässt sich nicht abschrecken. Schließlich erfährt sie mehr über die Familie, über die Mine des Großvaters und den damit verbundenen Schwierigkeiten. Und so langsam fasst Katja Fuß auf der Insel, wozu der Arzt Christoph Lambert eine Menge beiträgt. Sie fängt an, das alte Haus der Familie herzurichten. Als dann die Stelle einer Ärztin im Krankenhaus, in der auch Christoph arbeitet, frei wird, entscheidet sich Katja für den Job, für ein neues Leben.
Ihre Recherchen hat sie bei allem nicht vergessen und deckt dabei ein wahrhaft bitteres Familiengeheimnis auf.
Die Auflistung der historischen Ereignisse, dem persönlichen Nachwort der Autorin sowie Literaturhinweise zeigen die enorme Vorarbeit, um ein glaubhaftes Endprodukt abzuliefern, welches den Leser auch interessiert.


Die Autorin hat mit „Die verbotene Geschichte“ eine Familiensaga geschrieben, die mich vom ersten Augenblick an abgeholt hat. Man spürt das gewisse Etwas zwischen den Zeilen. Von der Idee her sowie den bildlich wunderbar beschriebenen Schauplätzen am anderen Ende der Welt, taucht der Leser ab in eine tolle Lektüre.
„Ein Geheimnis vom anderen Ende der Welt – faszinierend, stimmig, spannend“
 
FÜNF Lesegenuss-Bücher


 
Annette Dutton, 1965 in Deutschland geboren, studierte Geisteswissenschaften in Mainz. Seither arbeitet sie als Fernsehproducerin und Autorin, zuletzt für ein Australien-Special der Wissenschaftsserie „Galileo“ sowie die zweiteilige Australien-Reportage „Der Zug der Träume“. Mittlerweile lebt Annette Dutton seit elf Jahren in Australien, zusammen mit ihrem Mann John und Sohn Oscar.

Vielen Dank an den Verlag für das tolle Buch!

Montag, 29. Juli 2013

(Rezension) Das Haus auf der Blumeninsel - Christiane Lind




Christiane Lind
Das Haus auf der Blumeninsel
Taschenbuch
480 Seiten
Verlag: Knaur TB (3. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3426513330
€ 8,99

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© Cover/Info  Verlag

Die junge Laura flieht vor ihren Erinnerungen nach Madeira in das Haus am Leuchtturm, das ihrer Familie gehört. Wie ihre Vorfahrin, die Blumenmalerin, verfällt auch sie sofort dem Zauber der Insel. Auf der Suche nach weiteren Blumenbildern findet Laura Briefe, in denen eine Mutter ihrer Tochter ihre Liebe offenbart. Ihre Nachforschungen führen Laura in die Zeit zwischen den Weltkriegen und zu zwei Schwestern, die denselben Mann geliebt haben. Eine von ihnen traf eine folgenschwere Entscheidung, deren Spuren Laura auch heute noch begegnet. Doch welche Verbindung haben sie zu ihrem eigenen Leben? 


Der Zauber von Madreira, drei Frauengenerationen und ein geheimnisvolles Blumenbuch“, so lautet die Überschrift des Buchrückentextes.
Die Geschichte beginnt im Frühling 1929 auf der Insel Madeira mit der jungen Frau Amelia. Sie sorgt sich, denn gestern waren ihre Stiefmutter und Stiefschwester auf der Insel angekommen. Amelia läßt ihren Gedanken freien Lauf. Ob sie will oder nicht, sie muss ihnen gegenübertreten, schwanger. In den frühen Morgenstunden beginnt sie mit ihrem täglichen Ritual. Sie schreibt einen Brief an ihr ungeborenes Kind. Der heutige beginnt nicht mit  Mein liebes Kind, denn in der Nacht zuvor hat sie von ihrem Baby geträumt. Meine liebe Tochter, und Amelia berichtet ihr von dem wahren Paradies auf Madeira, der für sie ein unerschöpflicher Ort für ihre Malerei ist. Für Amelia ist es die wahre Freude, diese Pracht malerisch festzuhalten. Man würde sie Die Blumenmalerin nennen, teilt sie dem Ungeborenen mit.
Die Familiensaga geht im Jahre 1956 weiter, und zwar auf dem Landsitz Tristyans Manor, welches in der Grafschaft Cornwall in England liegt.
Emma hat gezwungenermaßen ihr gewohntes Zuhause verlassen und ist mit ihrer Tochter Grace auf dem Weg nach Cornwall. Immer wieder hat Emma Grace von Tristans Manor erzählt, aber nie die Frage beantwortet, warum sie dort nicht wohnen würden. Mit der Heimkehr wird sich einiges ändern.
Alles erinnerte Laura in der Wohnung an Fabian. Er war die Liebe ihres Lebens gewesen und nur seinetwegen war sie mit nach Deutschland gezogen. Doch die Sehnsucht nach dem Meer, ihrem Zuhause in Cornwall, war geblieben. Die Geschichte von Laura beginnt im Jahr 2012 und schon auf den ersten Seiten spürt man die Trauer. Doch wie lange trauert man um einen geliebten Menschen? Laura trauert um Fabian. Letztendlich bringt ihre Schwester Hannah sie dazu, für eine Zeit nach Madeira zu fahren, Abstand zu gewinnen. Mit der Insel Madeira verbindet Laura ein besonderes Buch „Die Blumen Madeiras“ von Amelia Woolf. Diese Frau war eine begnadete Blumenmalerin gewesen, zudem noch eine entfernte Verwandte. Laura hatte ihren MAGD – Master of Garden Design – absolviert Doch das war nicht ausschlaggebend für den Entschluss, nach Madeira zu fliegen. Vielmehr stellte sie sich die Frage, wer war diese Verwandte gewesen, die in ihr das Interesse für Blumen und Pflanzen weckte, so dass Laura später darin ihre Berufung sah.
Das Haus auf der Blumeninsel spielt auf drei Zeitebenen, letztlich bis zum Ende. Es ist Laura, die ein altes Geheimnis per Zufall entdeckt. Sie findet Amelias Briefe an das Ungeborene. Zufälle gibt es ja mehrfach im Leben und so ist es nicht erstaunlich, dass auf einmal Grace, Lauras Großtante, auf Madeira auftaucht.
Diese alten Briefe werden für Laura ein wichtiger Begleiter auf ihrem Weg, mit der Trauer um Fabian umzugehen, sie zu verarbeiten und auch zu verstehen.
Wie dicht nebeneinander Glück und Leid nebeneinander liegen, ist auch in der Geschichte um diese Frauen gut zu lesen. Neid, Missgunst, so vieles trägt dazu bei, dass der Haß sich in den Herzen festsetzt.
Gefühlvoll und spannend schildert die Autorin das Leben der Frauen. Die Protagonisten der einzelnen Zeitebene sind gut beschrieben, ob man sie alle mag, bleibt dem Leser überlassen. Ich konnte mich gut an die einzelnen Handlungsorte hineindenken, alles in allem hat die Autorin eine wunderbare Atmosphäre geschaffen.


Die warmen Farben des Covers, in der einen Ecke sieht man die blühende Strelitzie, ein ansprechender Titel und Buchrückentext, Das Haus auf der Blumeninsel – ein Buch, dem ich meine absolute Leseempfehlung gebe. Begeben Sie sich auf die Reise - Madeira heißt das Zauberwort.

FÜNF Lesegenuss-Bücher






Christiane Lind hat in Sozialwissenschaften promoviert und neben zahlreichen Kurzgeschichten einen historischen Roman und ein Jugendbuch veröffentlicht. Reisen ist ihre große Leidenschaft, die sie nach Cornwall und auf die Blumeninsel Madeira führte. Sie war sofort fasziniert von der Farbenpracht und Atmosphäre der Insel und hat sich davon für ihren Roman inspirieren lassen.


 Vielen Dank an den Verlag für das tolle Buch!

Samstag, 27. Juli 2013

[NEWS] 1, 2, 3 - Fragen ~ VORANKÜNDIGUNG

Als im Frühjahr zur Fastenzeit in unserer Redaktion sich sechs Redakteure bereiterklärten, sieben Tage auf bestimmte Dinge im Alltag zu verzichten, hatte sich eine Idee in meinem Kopf festgesetzt.
So begann ich vor längerer Zeit meine Anfragen an Autoren, aber auch Blogger u. a., zu stellen, ob sie bereit wären, mir

1-2-3- Fragen, 

die nicht der Norm des normalen Interviews entsprechen, zu beantworten.

Ganz ehrlich, ich habe nicht mit diesen tollen Rückantworten gerechnet.

 Jeder Beitrag ist unterschiedlich und doch sehr persönlich.

Schon jetzt ein ganz dickes Danke an alle "Empfänger" meines Fragebogens.

START 3. August 2013
Vielleicht eine Anregung für den einen oder anderen. Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf eure Reaktionen dieser Reihe.
Habt noch ein schönes Wochenende, auch wenn es immer noch soooo heiß ist.




Freitag, 26. Juli 2013

(Rezension) Ich habe mich verträumt - Kristan Higgins





Kristin Higgins
Ich habe mich verträumt
Broschiert
396 Seiten
Verlag: Mira Taschenbuch im Cora Verlag (Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3862787241
Originaltitel: Too Good to be True
€ 8,99








© Cover / Info - Verlag -

Info:
Er ist groß, gut aussehend, erfolgreich, liebevoll, einfühlsam - und existiert nur in ihrer Fantasie. Weil Grace es leid ist, sich ständig Bemerkungen über ihren Singlestatus anzuhören, erfindet sie kurzerhand einen Verehrer. Dumm nur, dass sich die Geschichte schnell herumspricht - und auch ihrem neuen Nachbarn Cal zu Ohren kommt. Der erstaunlich viel Ähnlichkeit mit ihrem Traummann hat...
Doch bevor Grace sich näher mit ihm beschäftigen kann, muss sie ein paar katastrophale Blind Dates hinter sich bringen, ihren Exfreund auf seiner Hochzeit mit einem Kinnhaken niederstrecken und ein paar Senioren Tanzunterricht geben.

Statement:

Was ist das mit Grace, dass sie schon als Teenie angefangen hat, für sich einen fiktiven Freund zu erfinden? Es ist einfach, mal ebenso, bloß um nicht als Single dazustehen, diese Angewohnheit, aus der Schublade zu holen. Wie so oft in der Vergangenheit war dieser nie present, glänzte durch Telefonanrufe für Grace (die sie arrangierte), nun ja. Aber konnte das auf Dauer so weitergehen.
Allerdings war da ja noch die Sache mit Andrew, der sie so kurz vor der Hochzeit hat sitzen lassen, nur weil er sich in ihre jüngere Schwester verguckt hatte. Hochzeit geplatzt!
D. h. zurück zum alten Schema, denn nunmehr stand Grace vor dem Problem, dass sie mit ihrem erfundenen Freund zur Hochzeit eingeladen war. Was hatte die Familie nicht alles getan, sie traktiert, belästigt, es ging ihr auf die Nerven.  Grace nutzt Online-Dates, um den Mann fürs Leben zu finden, ihre wahrhaft aufdringliche ältere Schwester versucht sie unter die Haube zu bringen. Und da ist  noch der neue Nachbar von Grace, ein „Wow“-Typ! Bei diesem ganzen Wenn und Aber konnte ich mir die Ich-Erzählerin Grace so gar nicht als Lehrerin vorstellen und das auch noch an einer Privatschule. „Sex in the City“ und der richtige Mr. Right, warum sollte das nicht auch Grace passieren! Die gesamte Handlung scheint ab und an ein bisschen gaga, etwas überzogen, typisch amerikanisch geschilderte Romantik, wer dies mag, der wird das Buch mögen.

Mit ihrem lockeren, flüssig zu lesenden Schreibstil macht es schon gute Laune, die Story zu lesen. Es ist gut für zwischendurch, man kann herrlich entspannen.
Die Charaktere sind stimmig, sympathisch, wirken nicht zu aufgesetzt.

Fazit:
Mit ihrem Chick-Lit Roman „Ich habe mich verträumt“ hatte ich angenehme Lesestunden, konnte gut abschalten,  wenn mich ab und an einiges an der Handlung nicht überzeugte. Ich habe mir die Autorin vorgemerkt, irgendwie hat mich ihre Art neugierig gemacht. Vielleicht habe ich hier mit diesem Buch nicht den gewohnten Standard der Autorin getroffen.



4 Lesegenuss-Bücher

Vita:
Bevor Kristan Higgins hauptberuflich Autorin wurde, arbeitete sie in einem Verlag. Mit ihren humorvoll-romantischen Büchern, die stets von der Suche nach Mr. Right handeln, hat sie ihre Leserinnen im Sturm erobert. Kristan Higgins lebt mit ihrer Familie in einem Dorf in Connecticut und verbringt jede Ferien im malerischen Neuengland.

(Rezension) Der Duft von Orangen - Megan Hart




Megan Hart
Der Duft von Orangen
Broschiert
364 Seiten
Verlag: Mira Taschenbuch im Cora Verlag (Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3862787548
Originaltitel: Collide
€ 8,99








© Cover / Info Verlag

Wahrheit oder Traum? Emm kann es nicht mehr unterscheiden. Mehrmals am Tag verfällt sie in Trance und tritt eine erotische Zeitreise an - direkt in die Siebzigerjahre. Auf wilden Partys taucht sie ein in das Flower-Power-Gefühl, erlebt Lust und freie Liebe mit dem göttlichen, aufregenden Johnny. Dann trifft sie Johnny auch im wahren Leben. Er ist ihr neuer Nachbar, ein Künstler mit erotischer Vergangenheit. Ein Zufall? Oder steckt mehr hinter Emms erotischen Träumen, als sie ahnt?

Statement:

Orangen. Der Duft von Orangen stieg mir in die Nase …
Es ist leichter, wenn ich einfach weiteratme … es hinter mich bringe …

Emms Blackouts, oder wie sie es nennt, Episoden, die sie seit ihrer Kindheit hat, Auslöser hierfür der Duft von Orangen. Was verbirgt sich hinter diesen Episoden?
Erst vor wenigen Monaten ist Emm hierher gezogen, in direkter Nachbarschaft wohnt der alternde Künstler Johnny Dellasandro.
„Der Duft von Orangen“ ist geschrieben in der Ich-Erzählperspektive von Emm. Und super - beginnt die Handlung in ihrem Lieblingscoffeeshop Mocha. Dort trifft sie sich oft mit Jen und Lisa, die derzeit Jura studierte. Es gefällt, das die Charaktere nicht  immer jung, spritzig, aufgedreht sind. Der Beginn der Handlung war wie der erste Schluck Cafe Latte und nun genießt man die Story. Das ansprechende Cover ist der Extrakeks zum Cafe, macht Lust und Laune auf mehr,  das Buch zu lesen.
Während ihrer Episoden wird Emm zurückversetzt in die Zeit, als der Künstler Johnny als bekanntes Top-Modell sowie in der  Filmbranche, als auch Drug & Sex bekannt war. Im normalen Zustand kann sich Emm das nicht vorstellen. Ihre Episoden treten immer mehr verstärkt auf, je intensiver sie sich in diesen Typen verguckt. War das die Emm in ihren Blackouts, die sich zu wilden Sex mit dem jungen Johnny hat hinreißen lassen?
Was dem Leser bleibt, ist eine angenehm geschriebene, nicht ins vulgäre abtauchende, Liebesgeschichte, normaler Durchschnitt, auch wenn die beiden Liebenden 25 Jahre Altersunterschied trennen. Wie sich Vergangenheit und Gegenwart vermischen, hat die Autorin mit ihrem flüssig zu lesenden Schreibstil gut zu Papier gebracht.
Zitat:
S. 253 Aber ich konnte nicht anders. Johnny war nicht alles, was ich haben wollte. Ich wollte ein funktionierendes Gehirn, verdammt noch mal.


Fazit:
Meine Leseempfehlung für das Buch, deren Charaktere gut beschrieben werden. Eine Handlung als auch der Umstand von Emms Episoden nicht zu dick aufgetragen, wie man es oft in anderen amerikanischen Romanen erlebt. Allerdings muss ich einen Punkt abziehen, irgendwie war mir das Ende  zu hypothetisch. 

4 Lesegenuss-Bücher

Vita:
Megan Hart schreibt seit ihrer Kindheit. Doch zum Beruf machte sie ihr Hobby erst nach der Geburt ihrer Tochter. Sie verfasste mehrere Kurzgeschichten, ehe sie sich an ihren ersten Roman wagte. Mittlerweile hat sie zahlreiche Bücher in den verschiedensten Genres veröffentlicht: Romance, Science-Fiction, Fantasy und natürlich Erotik. Megan Hart hegt einen großen Traum: Sie würde gern all ihre Romane verfilmen: mit ihr selbst in der weiblichen Hauptrolle … und in der männlichen Keanu Reeves.

Dienstag, 23. Juli 2013

Small Talk ~ und "Aktion 2. Weltpostkartentag am 30. Juli 2013" (wer mag PKs)

Small Talk
hört sich im ersten Moment so oberflächlich an - allerdings müssen nicht immer alle Gespräche gleich so überdimensioniert angesetzt sein.

Small Talk (ich habe jetzt diese Schreibweise genutzt, man kann auch anders):
Nein, ich möchte euch nicht mit dem derzeitigen Wetterverhältnissen vollquatschen.
Es ist heiß und wenn es dann wieder regnet, stöhnen wir über den Regen. Doch momentan scheint es so, dass die Hitze meine Gehirnzellen austrocknet , ja kann man so stehen lassen.
Ich müsste dringend Rezensionen schreiben :-( Gerade bei Büchern, die ich von Verlagen erhalte, komme ich meinem Vorsatz, schnellstmöglich zu lesen und auch dann meine Meinung zu schreiben, schon ein Stück näher.Doch diese Hitze bringt mich um und bringt den Turm der guten Vorsätze mal wieder ins Schwanken.
Ich sitze zwar auf der Arbeit schön kühl, habe hier in meinem kleinen Raum den Lüfter laufen, aber der geht mir echt auf den Nerv!

Die nachfolgenden Zeilen hatte ich mir kürzlich während einer längeren Wartepause beim Arzt aufgeschrieben. Die flogen mir irgendwie so durch den Kopf - das muss dann jetzt auch noch mal gesagt werden:
"Natürlich lese ich sehr gern. Eigentlich ist es (fast) mein einziges Hobby: Radfahren, mit dem Hund Gassi gehen, vielleicht ab und an die Stricknadeln bewegen, gehört für mich nicht dazu.
Was aber bedeutet das "Hobby" Bücher für all diejenigen, bei denen es an erster Stelle steht (außer natürlich Familie, die oberste Priorität hat)?
Und vor allem über Bücher seinen Eindruck zu bloggen?
Kommt es mir nur so vor, dass ich beim Surfen oft von dem Gefühl befallen werde, es geht hier nicht mehr nur um einen Blog über Bücher, Neuvorstellungen, Buchzugänge, Veröffentlichungen von Rezensionen, Vorstellungen all der unendlich vielen Bücher, die auf einem, so scheint es jedenfalls, immer höher werdenden SuB landen, sondern die Verherrlichung des Ichs, wie gut ich bin, wie schnell ich lesen kann?
Macht es wirklich die Masse der Leserschaft bei Google Friend Connect, Facebook, Blog Connect u. a.?
Masse = Klasse ?
(Oft hat es den Anschein, dass gerade die Masse für Verlage maßgebend ist!)

Umso mehr habe ich mich über die Zeilen einer Autorin auf ihrer FB-Seite gefreut, die sie letzte Woche gepostet hat:
Diese unglaublich schöne Rezension muss ich ausnahmsweise mal posten, denn sie hat mich gerade aus einer schweren Schreibkrise gerettet...
Wenn du wüsstest, liebe Autorin, aus welcher Krise du mich damit gerettet hast!

Und dann wiederum findet man einfach so per Zufall kleine Schätzchen, Blogs, deren Besuch sich wirklich lohnt. Blogs, die wiederum auch ihrem Stil treu bleiben, sich nicht verbiegen lassen und vor allem nicht in den Sog hineingeraten, es anderen nachmachen zu müssen.
Leute, lasst euch nicht verbiegen.
Auch ich muss mir diesen Spruch dann und wann selbst um die Ohren hauen. 

 Druck erzeugt Gegendruck, der zu Überdruck führt. 
Druck ist die erste Strophe der Katastrophe.

Wie viel Druck man verträgt oder gar braucht, kann man vorher nicht sagen. Jeder kennt sich selbst, aber man sollte sich nicht überschätzen! Mir brennt noch so einiges unter den Fingern, was geschrieben werden möchte/sollte, aber belassen wir es erst einmal bei diesem Text.

Von daher - vergesst das Leben nicht !

Wer bis hierhin durchgehalten hat, liest nun den angenehmeren Teil. 
Am 30. Juli 2013 gibt es das zweite Mal den "Weltpostkartentag" "Klick hier = Events"
Ins Leben gerufen hat das 2012 der "Piepmatz-Verlag".
Dieses Jahr nehme ich über Facebook auch daran teil, möchte aber unter meinen Lesern ebenfalls fünf Postkarten verschicken.

Natürlich freue ich  mich über eure Kommentare, und wer eine Postkarte möchte, meldet sich zusätzlich  über das Kontakformular - oben in der Leiste - oder KLICK HIER 

Ihr könnt euch bis einschließlich Freitag - 26. Juli 2013 - 23:59 Uhr - anmelden. Sollten mehr Anmeldungen eingehen, lose ich aus.
Noch einmal, alle eure Adressen gebe ich nicht weiter. Es wird nach Beendigung dieser Aktion der Ordner mit den Mails gelöscht.

Und hier nun die PK-Vorschauen:






Freitag, 19. Juli 2013

[Rezension] Das Geheimnis der Herzkirschen ~ Katryn Berlinger




Katryn Berlinger
Das Geheimnis der Herzkirschen
ET: Mai 2013
Taschenbuch
Knaur TB
Sprache: Deutsch
Seiten: 464
ISBN: 978-3-426-51262-3
€  8,99

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© Cover / Info - Vita " Verlag "


Nach einer zerbrochenen Liebe fürchtet Isabel, nie mehr den richtigen Mann zu finden. Ihre Ängste werden verstärkt durch ihre Mutter, eine bis ins Herz kalte Frau, die ihr erzählt, dass in ihrer Familie die Liebe nie eine Rolle gespielt habe. Isabel ist zutiefst verletzt. Doch dann stirbt die Mutter – und Isabel steht vor einer überraschenden Hinterlassenschaft: Eine fremde Frau hat sie im Jahr ihrer Geburt als Erbin eines Grundstücks auf einer schwedischen Insel eingesetzt. Wer ist diese Frau?

„Dieser Roman ist mein persönlichster“, so Katryn Berliner über „Das Geheimnis der Herzkirschen“. 


 
Es war nicht nur der Klappentext, der mich neugierig auf ein weiteres Buch von Katryn Berlinger machte, hinzu kam ein Cover, so wunderschön und einladend.
Was war nun das Geheimnis um die Herzkirschen, deren Bäume auf dem Grundstück in Schweden der verstorbenen Linnea standen?
„Das Geheimnis der Herzkirschen“, das Geheimnis von Agnes, Linnea und Constanze. Eine Liebesgeschichte einer unglücklichen Liebe, wer weiß. Es braucht nur wenige Minuten, um sich voll in die Geschichte fallen zu lassen, die so groß und so stark, so gefühlvoll und doch auch so tragisch ist, man mag es gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Leser ist dazu „verdammt“, dieses wieder mal so gut geschriebene Buch von der Autorin nonstop zu lesen. Ihre Art und Weise, wie Katryn Berlinger den Protagonisten durch die bildhaft  geschriebene Darstellung der Gefühle, ihrer Persönlichkeit, entwickelt, erlaubt es, voll und ganz in die Handlung einzutauchen.
Ich weiß nicht genau, was an diesem Buch ist, doch ich mag es! Es gibt einige Kapitel, da spürt man förmlich die Traurigkeit, nicht geweinte Tränen. Die Autorin erklärt es in ihrem Nachwort. Verlust, Tod, Trauer, wer kennt dies nicht, doch sicher kann es sehr schmerzhaft sein, wenn man die Mutter verliert.
Was genau bringt es, intensiv auf die Handlung, die Protagonisten einzugehen. Dieser Roman ist nicht nur eine Geschichte, sondern mehrere und sie sind geschrieben worden, um die Frage zu klären, ob unglückliche Liebe vererbbar ist.
Die Handlung beginnt vor über 100 Jahren, 1904, im Hafen von Swakopmund, der Kolonie Deutsch-Südwestafrika, mit Agnes Meding. Über 70 Jahre weiter in Schweden, hier lebt die alte Freundin von Agnes, Linnea. Endlich war es da, ein Mädchen, so stand es im Telegramm.
Es war an der Zeit, alles zu ordnen.
Es war aber auch an der Zeit, dass das Schweigen ein Ende hatte – so Linnea.
Im nächsten Kapitel geht die Zeitreise in das Jahr 2013, mitten in der Hochzeitsfeier von Isabels bester Freundin Simone. Voller Erwartungen möchte Isabel natürlich den Brautstrauß fangen, ihren Freund Henning heiraten usw. Doch es kommt anders. Alles scheint wieder einmal schief zu laufen in ihrem Leben. Kein Brautstrauß, kein Freund mehr, den Job verloren. Abwechslung soll nunmehr der Urlaub mit Simone in den Bergen bringen. Eine Zufallsbegegnung mit einem Biker, der sie auf einer Bergtour zu Fall bringt, dann die Anrufe aus dem Heim ihrer Mutter, die plötzliche Abreise von Isabel. In den letzten Stunden, die ihr noch mit Constanze verbleiben, wünscht sie sich nur eins, dass ihre Mutter die sie quälenden, belastenden  Fragen beantwortet.

S. 109 „Isy, schau nicht mehr in die Vergangenheit zurück. Was vorbei ist, ist vorbei.“

Im jeweiligen Wechsel wird die Geschichte von den Frauen erzählt, Vergangenheit und Gegenwart, oft ein Spagat, dass der Leser dem gut folgen kann. Dieser Spagat ist der Autorin sehr gut gelungen und spätestens nach dem Kapitel, in dem Constanze stirbt, ist es nicht mehr möglich, sich diesem Buch auch nur stückweise zu entziehen.


„Das Geheimnis der Herzkirschen“ ist ein Buch, für das man sich Zeit nehmen sollte. Es ist nicht mal eben einfach so weggelesen und auch im nachhinein wirkt es. Die Suche nach der Liebe, die Begegnung mit dem Tod, dem Alltag, Melancholie, Gefühle, offen für das Leben, der Lebensfreude. Das Fühlen füreinander da zu sein, dem anderen zu gehören, schon am Anfang macht uns die Handlung mit dem Rumba, dem Tanz, bekannt. Wer sich derart intensiv auf diesen Tanz einlässt, der spürt das Werben des Partners, das Miteinander und die Ausstrahlung, die beide nach Außen tragen, es wird von den Menschen Drumherum wahrgenommen. Meiner Meinung nach ist es genau das, was die Autorin durch die Intensivität, ihrer persönlichen Betroffenheit geschafft hat: den Leser in diese Verbindung, den Berührungen, mit hineinzuziehen und ein Stück  daran teilzuhaben.

„Erinnerungen, sie leben, doch die Dämonen können wir verjagen.“
© Hannelore Kühlcke
P.S. Ich liebe Mozart :-)
 
*** Ich vergebe FÜNF LESEGENUSS-BÜCHER ***
 Ich wünsche mir viele neue Leser für "Das Geheimnis der Herzkirschen"!
 Meine Lese-/Kaufempfehlung !!!

Katryn Berlinger hat Literatur- und Musikwissenschaft studiert und in einem Schallplattenunternehmen in Hamburg gearbeitet. Einige Jahre später tauschte sie dann den Beruf gegen ihre Familie ein. Heute lebt und arbeitet sie als Schriftstellerin in Norddeutschland.

Donnerstag, 18. Juli 2013

[Rezension] Die Insel des Mondes ~ Beatrix Mannel




Beatrix Mannel
Die Insel des Mondes
Taschenbuch
512 Seiten
Verlag: Diana Verlag (10. Juni 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3453357464
€ 9,99

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 © Cover/Info " Verlag"


Auf der geheimnisvollen Insel Madagaskar wartet ein schicksalhaftes Vermächtnis
Madagaskar 1880: Nach dem dramatischen Ende ihrer Ehe wagt die junge Paula auf der entlegenen Insel den Neubeginn. Auf der Vanilleplantage ihrer Großmutter Mathilde will sie deren Rezepte weiterentwickeln und den großen Traum vom einzigartigen Parfüm verwirklichen. Als Paula zusammen mit drei Männern den gefährlichen Weg durch den Dschungel antritt, ahnt sie noch nicht, wie sehr sich ihr Leben verändern wird. Und dann beschwört ihre Ankunft auf der verlassenen Plantage dunkle Geister der Vergangenheit herauf, die Paula in ein tödliches Spiel zwingen. Ein Spiel, das sie allein mit einem magischen Duft gewinnen kann, einem Duft, der nicht nur ihre Seele rettet, sondern auch ihr verwundetes Herz.


Beginnend mit der Erklärung zu „Angelica Archangelica, Engelwurz, das Öl aus der Wurzel dient u. a. zur Liquerfabrikation, das Öl der Samen wird für Parfümzwecke genommen ist es ein Anfang, der ahnen lässt, wohin die Lesereise gehen wird.
Zu ihrem 14. Geburtstag am 6. Juni 1872 erhält Paula, die mit ihren Eltern und Brüdern in einer großen Villa in Schwabing lebt, eher merkwürdige Geschenke.
Drei Glasflakons sowie  ein dickes, in einem abgegriffenen fleckigen Ledereinband gefasstes, Buch. Großmutter Mathilda, Paula hatte von dieser nie gehört, hatte ihr dieses hinterlassen. Sich ihrem Kind zu offenbaren, war für Paulas Mutter grauenvoll. Sie war in dieser Ferne aufgewachsen, Madagaskar, fernab von allem.
Mit diesem Buch ändert sich vieles für Paula, nicht gleich, aber ihr Interesse, die Neugier ist geweckt. Ferne Länder, für sie so nicht vorstellbar.
Kaum, dass sie ihre Ehe durch Scheidung hinter sich gelassen hatte, macht Paula sich 1880 auf in ein neues Leben, Madagaskar. Ihre Vergangenheit, ihr Leben in München, wie ein Kartenhaus war es nach dem Tod des Vaters über die Familie zusammengebrochen.
Mit der einheimischen Noria und drei männlichen Reisebegleitern macht sie sich auf den Weg. Es ist kein Zuckerschlecken, dieser Weg durch den Duschungel. Allein es galt das Land ihrer Großmutter Maathilda zu finden.
Die drei Männer an ihrer Seite, deren Absichten sehr undurchsichtig sind, unterschiedlicher könnten sie gar nicht sein.
Da ist zum einen Morten, der Norweger, ein Missionar seiner Aussage nach. Seine Bekanntschaft machte Paula das erste Mal im Bordell von Madame Rivet, als sie wegen ihrer selbstgemachten Seifen dort eingeladen wurde.
Was hat es mit  Lázló und Villeneuve auf sich?
Die Geschichte von Paula und Mathilda, es ist eine unfassbar, schwer in Worte zu kleidende Reise. Von Beginn an ist es wie eine unsichtbare Hand, auf der man Platz genommen hat und durch eine faszinierende, spannende, traumhaft und magische Geschichte getragen wird.
Kapitelüberschriften wie z. B. „Der Esel hat lieber Stroh denn Gold“ (es umfasst gerade mal anderthalb Seiten, ist aber sehr aufschlussreich), oder die Namen von Pflanzen bzw. Blumen mit ihren Erklärungen, das alles gehört zu den Geheimnissen der Duftkreationen, der Vanilleplantage, dem Geheimnis von Mathilda.
Treffend dazu die Kopfzeile des Buchrückentextes „Ein gefährlicher Duft, eine Insel voller Geheimnisse, eine magische Liebe.“
Doch es ist nicht nur eine Reise in die Vergangenheit, es ist auch das unbekannte Land mit seinen alten Traditionen. Diese nicht zu beachten, kann u. U. den Tod bedeuten. Was mich immer wieder an historischen Romanen fasziniert, ist das Einfließen von der wirklichen Vergangenheit mit ihren Personen – die wiederum mit einer Geschichte wunderbar miteinander verflochten einen tollen Roman ergeben.
Statt eines Nachwortes „Was wahr und was unwahr ist“ schreibt die Autorin ausführlich über ihre Recherchen. Das Glossar listet erklärende Namen und Begriffe auf.

 
Ist es der magische Duft, der Duft von Madagaskar, von der Vanille (Vanille in Stangenform wird als Königin der Gewürze bezeichnet), deren Geruch sich wie ein unsichtbares Netz um den Leser legt? Ist es die Komposition von Handlung, Information, der wunderbaren Landschaft Madagaskars, die Zutaten von Historie und Romantik. Es gebe noch viel mehr aufzuschreiben, doch dann würde meine Lesermeinung mal wieder endlos werden.
Wieder einmal eine Autorin, von der ich bislang noch kein Buch gelesen habe, jedenfalls nicht unter dem Namen Beatrix Mannel. Schade, nachdem ich nunmehr „Die Insel der Monde“ ausgelesen und meine Meinung öffentlich mache. Doch anhand der massenhaften jährlichen Neuerscheinungen ist es kein Wunder, und man kann nur hoffen, dass solche Juwele wie dieses Buch hoffentlich NICHT untergehen. Es hat definitiv einen besseren Platz auf der Amazonliste verdient.

Ich gebe FÜNF Lesegenuss-Bücher
 
Beatrix Mannel studierte Theater- und Literaturwissenschaften und arbeitete dann als Redakteurin beim Fernsehen. Heute ist Beatrix Mannel freie Autorin und schreibt Romane für Jugendliche und Erwachsene. Nach „Die Hexengabe“ und „Der Duft der Wüstenrose“ ist „Die Insel des Mondes“ ihr dritter Roman im Diana Verlag. Beatrix Mannel lebt mit ihrer Familie in München.

Mittwoch, 17. Juli 2013

Kurzreport [13] Nordseesommer ~ Sandra Lüpkes




Sandra Lüpkes
Nordseesommer
Taschenbuch
Verlag: rororo (2. April 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3499257711
€ 8,00

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© Cover / Info - Verlag

Niemand ist eine Insel.
Was für ein Urlaubsstart: Das Piratennest am Deich wurde doppelt vermietet! Dabei wollte Frauke eine halbwegs entspannte Zeit mit ihrem pubertierenden Sohn verbringen. Auch Henning mit seiner quirligen Tochter steht dumm da. Was tun?
Kurzerhand teilen sich die Vier das Ferienhaus. Doch der Ärger ist vorprogrammiert, denn jeder will die Tage anders gestalten. Und schon bald gehen sie sich ganz schön auf die Nerven. Eine gemeinsame Familie spielen ist gar nicht so einfach – eine gemeinsame Familie bilden erst recht nicht …

Sieben Tage Urlaub an der Nordsee, auf ihrer Insel, in ihrem „Piratennest“. Frauke und ihr 15-jähriger Sohn Keno erleben allerdings in diesem Jahr eine Überraschung, denn ihrer Vermieterin, Frau Ekkenga, ist ein schlimmer Fehler unterlaufen: Doppelbelegung. Herr Trigg und seine, etwas vorlaute, Tochter Clara waren vor ihnen angekommen und hatten das Ferienhaus schon belegt. Doch so dringend diese wiederum ihren Urlaub nötig hatte, so ungern wollte sie bleiben. Ein Ausweichquartier gab es auf der ganzen Insel nicht, alles belegt. Hauptsaison. Doch die Vier arrangieren sich und wollen zusammen die Woche miteinander im „Piratennest“ verbringen. Wie sich im Laufe der Geschichte zeigen wird, Glück für Keno, der sich schon seit geraumer Zeit von seiner Mutter abnabelt, Nähe nicht zulässt, findet in Claras Vater Henning einen verständnisvollen Gegenpart in dieser zusammengewürfelten WG.  Clara hingegen, große Klappe, aber ziemlich hell im Kopf, freundet sich schnell mit Frauke an.
In kurzen Kapiteln erzählen die jeweiligen Protagonisten ihren Urlaubstag, ihren Eindruck von den anderen Charaktere, gewähren einen Blick auf sich selbst.
Sowohl Henning als auch Frauke haben ihre Probleme, mit sich selbst, ihre Ecken und Kanten, bringt die Autorin in diesem von der Seitenzahl her ungewöhnlich kurz gehaltenen Roman, der durchzogen von wunderbaren Illustrationen von Ole West, die Inselgeschichte auf den Punkt. Man kann nicht erwarten, dass es nach dieser Urlaubswoche ein Happy-End gibt, doch man trifft sich wieder.
Im nächsten Jahr, zur gleichen Zeit, im gleichen Haus, aber für zwei Wochen.
Zitat S. 76" Frau Ekkenga schien wirklich nicht zu verstehen. Frauke war ja selbst erstaunt, wie leicht ihr die Entscheidung gefallen war, sich spätestens in einem Jahr wieder mit dem seltsamen Herrn Trigg und seiner neunmalklugen Tochter im „Piratennest“ zu treffen.“


„Nordseesommer“ von Sandra Lüpkes,  mein erstes Buch von der Autorin. Und mal ehrlich, wer das Buch kauft, weiß, dass ihn kein dicker Wälzer erwartet. Für mich war die kleine Geschichte eine kurze Lesereise, die mir zusätzlich durch die tollen Illustrationen einen gedanklichen Abstecher fernab des Alltags erlaubten, auf einer Insel, an einem Strand an der Nordsee zu sitzen, um zu relaxen. Ich habe „Nordseesommer“ genossen, denn die Handlung rieselt nicht wie der Sand durch die Finger, es bleibt ein Nachhall zu den aufgegriffenen Alltagsthemen, des Lebens, wie hier von Clara und Keno, Henning und Frauke.
Ich gebe Vier Lesegenuss-Bücher




Sandra Lüpkes, geboren 1971, aufgewachsen auf der Nordseeinsel Juist, lebt in Münster und Ostfriesland, wo sie als Autorin und Sängerin arbeitet. Ihre sympathische und tatkräftige Kommissarin Wencke Tydmers ermittelt bereits in sechs Kriminalromanen.
Mehr zur Autorin und ihrer Arbeit unter: www.sandraluepkes.de

Ole West,
geboren 1953 in Wedel, studierte Malerei und Buchillustration an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Seit 1982 arbeitet er als freier Maler und Zeichner. Von 1984 bis 2010 wohnte er auf der Nordseeinsel Norderney, wo seine kreative Mischtechnik auf Seekarten entstand. Heute lebt und arbeitet Ole West zusammen mit seiner Frau in Wedel an der Elbe.

Dienstag, 16. Juli 2013

Gewinnerbekanntgabe ♥ "Inselsommer"


Hallo liebe Blogleser,

wieder einmal ist ein Gewinnspiel vorbei.
Ihr hattet ja die Möglichkeit

(wenn ihr auf das Cover klickt, geht es direkt zu Amazon)

zu gewinnen, welches mir der Verlag anlässlich 
zur Verfügung gestellt hat.

Danke an euch für die tolle Beteiligung.
30 Kommentare plus eine, die das Buch schon hatte. 
Ich muss mich entschuldigen, dass ich euch nicht oder so gut wie gar nicht geantwortet habe. Meine Gesundheit ist ziemlich angeschlagen und die Zeit am PC sehr eingeschränkt. Ich habe aber jeden Kommentar mit Freude gelesen, denn es war ja keine Pflicht, mir irgendetwas mitzuteilen - hatte auch keinen Einfluss auf die Auslosung.

Die Auslosung habe ich durch random.org gemacht.  Meine Auflistung erfolgte nach Eingang der Kommentare. 

Gewonnen hat
Heidi, die Cappuccino-Mama  

*** Herzlichen Glückwunsch ***
und viel Spaß beim Lesen.
 


Sonntag, 14. Juli 2013

(Rezension) Wenn die Nacht in Scherben fällt * Anika Beer *




        
        

                    Anika Beer - Wenn die Nacht in Scherben fällt                 



Taschenbuch
416 Seiten
Verlag: cbj (13. Mai 2013)
Sprache: Deutsch
ISBN-13: 978-3570402023
Vom Hersteller empfohlenes Alter: Ab 12 Jahren
  12,99
Kauflink " Verlag"
eBook "Klick "  € 8,99
Ebenso OnlineShop " A..M..A.... "


© Cover / Info Verlag


Schon immer waren Träume für Nele etwas ganz Besonderes, denn sie besitzt die Fähigkeit, sie zu steuern, wie es ihr gefällt. Doch als sie mit ihren Eltern von München nach Erlfeld zieht, taucht auf einmal jemand in ihrem Traum auf, den sie selbst nicht erschaffen hat: Seth, ein junger Mann, den sie unheimlich und zugleich anziehend findet. Aber was macht er in ihrem Traum? Als Nele sich in der neuen Schule mit Jari anfreundet, hofft sie, in ihm jemanden gefunden zu haben, dem sie sich anvertrauen kann. Doch dann verschwindet Jari wie vom Erdboden verschluckt. Nele macht sich auf die Suche nach ihm, und findet heraus, dass nicht nur er in Gefahr ist – sondern die gesamte Traumwelt zu zerbrechen droht …


 
Zitat Anfang: Das Mädchen hatte Sterne in den Haaren. Das verwirrte sie, es war ihrem Gesicht deutlich anzusehen. Sie war fremd hier, und das war sie nicht gewöhnt.

Ein Umzug, eine neue Umgebung, ein neues Zuhause, eine neue Schule, für die Mutter ein neuer Job, während der Vater irgendwo immer auf der Welt als Kameramann arbeitete und zwischendurch nach Hause kam, neue Freunde für Nele. Schon in ihrer ersten Nacht begegnet Nele in ihrer Traumwelt dem Wächter Seth. Einfühlsam und ruhig beginnt das Buch und baut langsam die Handlung auf.
Nele hat schon immer gern geträumt, und das Wissen, ihre Träume selbst steuern zu können, war ihre besondere Eigenschaft, die nicht jeder besaß. Nun aber begegnete sie in dieser ersten Nacht einer unbekannten Person, und was sie noch nicht weiß, dieser findet Gefallen an ihr. Seth, diese fremde Person, er war ihr so fremd, und vor allem, wo kam er her? Es war die erste Nacht in der neuen Wohnung und nur aufgrund dessen hatte Nele sich einfach in die Traumwelt fallen lassen, ohne Kontrolle. Seth ist es, der sie nicht nur über die Traumwelten aufklärt, auch das es Wächter geben müsse, die diese Welten beschützten.
Neles neue Schule ist das Franziskus-Gymnasium, und wer jetzt eine Normala-Protagonistin erwartet, nun hier ist ihre Kurzbeschreibung: eigenwillige Strähnchenfarben, die Klamotten anders aufgestylt, getreut Neles Motto „Angriff ist die beste Verteidigung“. An ihrer neuen Schule trifft Nele auf Jari, der schon beim ersten Auftauchen in der Handlung sehr merkwürdig herüber kam. Die beiden freunden sich an, langsam, vorsichtig, bedacht darauf, sich nicht zu verletzen. Es stellt sich heraus, dass die beiden etwas miteinander verbindet, ihre besondere Eigenschaft, sich die eigene Traumwelt selbst zu gestalten. Doch mit einem Mal ist Jari fort.
Zitat S. 199
Und jetzt endlich hörte Jari auch etwas. Etwas wie ... leise Musik. Eine zarte Frauenstimme sang eine Melodie, von dem er glaubte, dass sie ihm hätte vertraut sein müssen.
Mutter?
Ein seltsamer Druck lag plötzlich auf Jaris Brust, ...
Anika Beer hat mit dem Buch „Wenn die Nacht in Scherben fällt“ erneut bewiesen, dass sie eine besondere Autorin ist. Vielleicht mag der Ursprung darin zu finden sein, dass sie ein Herbstkind aus dem Teuteburger Wald ist. Dort finden sich die Externsteine, und wer schon einmal dort war, spürt die atmosphärische Veränderung, die Faszination des gesamten Areals.
Die Handlung spielt zum einen in der Realität, dann wiederum in der Traumwelt. Die Beschreibung, dass jeder Traum durch ein Nachtglas getrennt ist, Wächter wie Seth darauf achten müssen, dass jeder aus seinen Träumen wieder zurückkehrt. Es gab nicht viele wie Nele, die kontrolliert träumen konnten.
 
Normal sollte eine Rezension den Eindruck zur Geschichte, den Charaktere etc. widergeben und nicht so sehr auf das Cover eingehen. Doch gerade ein gut aufgemachtes Cover machen neugierig,  der Klappentext macht neugierig auf die Story. Hier passt alles farblich, gestalterisch, ein Hingucker!
Mit dem Roman „Wenn die Nacht in Scherben fällt“ wird sich der angesprochene Leser – egal ob Jung oder Alt, bestimmt gut unterhalten und angenehme Lesestunden verbringen. 
Ich gebe VIER Lesegenuss-Bücher


 
Anika Beer ist ein Herbstkind des Jahres 1983 und wuchs in der Bergstadt Oerlinghausen am Teutoburger Wald auf. Die Welt der fantastischen Geschichten begleitet sie seit frühester Kindheit: Sie lernte mit 3 Jahren lesen, im Alter von 8 bekam sie eine Schreibmaschine und fing an, erste Geschichten zu schreiben. Anika Beer begeistert sich für Kampfkunst und fremde Kulturen und lebte nach dem Abitur einige Zeit in Spanien, bevor sie in Bielefeld eine Stelle an der Universität annahm. Nach „Als die schwarzen Feen kamen“ ist „Wenn die Nacht in Scherben fällt" ihr zweiter Jugendroman.

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