In den Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit. (Thomas Carlyle)

Montag, 9. April 2018

(Rezension) "Die geliehene Schuld" ~ Claire Winter

Gelesen 03/2018
Claire Winter
Die geliehene Schuld   
Gebundene Ausgabe: 576 Seiten
Verlag: Diana Verlag (5. März 2018)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3453291948
ISBN-13: 978-3453291942
€ 22,00

© Cover - Info - VERLAG










Eine hoffnungsvolle Zukunft - 
wenn da nicht die Vergangenheit wäre

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ Mein Leseeindruck

Das Cover ist passend für diesen Roman wie auch der Titel gewählt. So mein Eindruck, als ich am Ende angelangt war.
Spannung und Gefühl, alles findet sich. Mit ihrem neuesten Roman "Die geliehene Schuld" geht es zurück in die wahrscheinlich dunkelste Zeit von Deutschland, die sich keiner zurückwünscht.
Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt. Und trotzdem musste ich mehrfach Lesepausen einlegen, da mich die Thematik, der Hintergrund zur Geschichte, doch emotional sehr aufgefühlt hat. Background ist die Zeit zum Ende des Nationalsozialismus, und die Anfangsjahre nach Kriegsende.
Auf Recherche zu einem brisanten Thema ist der Berliner Journalist Jonathan in Köln. Ihm war schon bewusst, dass er seit langem in ein Hornissennest gestochen hatte. Gerechtigkeit, daran hatte er immer geglaubt. Doch dem war nicht so. Denn wie konnte es angehen, dass unter dem Mantel der Obrigkeit, der Kirchen Hunderte, ja Tausende ehemalige Nazis untertauchen konnten und irgendwo mit neuer Identität lebten? Sie waren gesuchte Kriegsverbrecher. Jonathans Bauchgefühl veranlasst ihn, all seine Recherchen nach Berlin zu seiner guten Freundin Vera, ebenfalls Journalistin beim "ECHO" zu schicken.

"Die geliehene Schuld" ist eine Geschichte aus der Vergangenheit. Sie zeigt auf, wie rasend schnell sich der deutsche Geheimdienst aufgebaut hat. Dank guter Vorsorge eines Herrn .G., und wenn man dessen Vita liest, kriege ich das Brechen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die Fluchtwege der Nazis, deren Helfer, Helfershelfer, das Leben einer Familie, deren Vater im Reichsicherheitsdienst arbeitete und eine Größe war, eine neugierige Tochter, die durch ihre Arbeit immer selbstbewusster wird. Auch wenn die Geschichte um Marie, Jonathan, Vera u. a. fiktiv ist, aufgrund der nachgewiesenen Recherchen der Autorin, den aufgeführten Büchern ist daraus ein sehr spannender und ausführlicher Roman geworden.
Der Spannungsbogen ist von Beginn an da, so dass einen die Story fesselt. Nicht absehbar war für mich zeitweise, in welche Richtung sich dies entwickelt. Die Geschichte verlangt einiges vom Leser. Und man muss sich auf sie einlassen. Denn sie entwickelt sich rasend schnell, spektakulär. Gerade die Schilderungen der damaligen Zeit waren meines Erwachtens mehr als sehr gut beschrieben. Ebenso die tragische Liebesgeschichtee um Marie und Jonathan, die beide ihr Leben verloren. Der eine, weil er zu tief gegraben und zu neugierig war, die andere eben weil sie neugierig geworden ist, was damals wirklich geschehen und inwiefern ihr Vater in der Sache verwickelt und weil sie mit Jonathan zusammen war.
Zeitweise schwebte mehr als eine dunkle Wolke über meinen Kopf. Aber nicht weil die Geschichte schlecht war, nein ich habe mich immer wieder gefragt: Haben die Menschen heute vergessen oder nur verdrängt?

Was ist Wahrheit, was ist Fiktion? Dieses hat die Autorin auf mehreren Seiten sehr ausführlich beschrieben. Der Verlag hat dem Buch ein aufklappbares Lesezeichen mit Personenverzeichnis beigeliegt. Eine wirklich gute Idee!

"Die geliehene Schuld" - eine schicksalsschwere und anspruchsvolle Geschichte

Von der Autorin habe ich ja schon "Die Schwestern von Sherwood" als auch "Die verbotene Zeit" gelesen. Beide haben damals Höchstwertung erhalten. Aber dieses Buch toppt es noch.

Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ "Die geliehene Schuld" wird von mir mit dem goldenen Lesegenuss-Buch ausgezeichnet!  Ƹ̵̡Ӝ̵̨̄Ʒ

Claire Winter studierte Literaturwissenschaften und arbeitete als Journalistin, bevor sie entschied, sich ganz dem Schreiben zu widmen. Sie liebt es, in fremde Welten einzutauchen, historische Fakten genau zu recherchieren, um sie mit ihren Geschichten zu verweben und ihrer Fantasie dann freien Lauf zu lassen. Nach »Die Schwestern von Sherwood« folgte der SPIEGEL–Bestseller »Die verbotene Zeit«. »Die geliehene Schuld" ist ihr dritter Roman im Diana Verlag. Die Autorin lebt in Berlin. Claire Winter ist das Pseudonym von Claudia Ziegler

Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.

Herzlichen Dank an den Diana Verlag  für das Leseexemplar.
Links kennzeichne ich gemäß § 2 Nr. 5 TMG als Werbung
 

Kommentare :

  1. Hallo liebe Hanne,

    mir hat das Buch auch wahnsinnig gut gefallen! Wird sicherlich eines meiner Highlights 2018.

    Ganz liebe Grüße aus Tirol
    Marie

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Marie, auch dir danke für deinen Besuch und Kommentar. Ich schau gern noch die nächsten Tage bei dir vorbei und lese..... Wie gerade bei Martina geschrieben, es zwackt derzeit ein bisschen an allem, an der Zeit usw.....
      Liebe Grüße Hanne

      Löschen
  2. Liebe Hanne,
    ach toll, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat und ebenfalls einen besonderen Status erhalten hat! Ich denke auch, dass es Claire Winter bestes Buch bis jetzt ist!
    Liebe Grüße
    Martina

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Martina,
      dank dir für deinen Kommentar♥ Ich habe lange überlegt, was schreibe ich hier überhaupt für eine Rezension. Und dann habe ich einfach aus dem Bauch heraus. Ist mal wieder eine andere Rezi als vielleicht gewünscht, aber anders ging es nicht. Im Moment zwackt bei mir ein bisschen die Zeit, einfach zu viele Arzttermine, Mann und ich auch... Aber sowie etwas Luft ist, mache ich wieder Blogbesuche... Und dann diese scheiß Datenverordnung. Da bin ich wirklich noch am Überlegen, was mach ich. Soll ich in meinem Alter mir das wirklich noch alles antun? Eine Hälfte sagt ja, die andere Hälfte nein. Ich bin noch zu keinem entgültigen Entschluss gekommen.
      LG HANNE
      P.S. Jetzt hängt noch die Kranichland-Rezi... das Buch muss ich noch etwas verdauen

      Löschen
  3. Dieses Buch ist mir jetzt schon in vielen Blogs als Highlight begegnet - das wandert gerade ziemlich nach oben auf meinem virtuellen SUB - danke für die Vorstellung!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bitte sehr und hoffentlich gefällt es dir genauso wie den anderen auch

      Löschen

Danke für euren Blogbesuch.
►Wichtige Information zum Datenschutz
: Bei Absenden eines Kommentars akzeptierst du diese und gibst dein Einverständnis, dass deine Daten gespeichert / weiterverarbeitet werden. ◄